Siemens Healthineers Aktie: ESTRO und EuroPCR im Test

Siemens Healthineers plant Verkauf der indischen Klinikkette und setzt auf neue Bildgebungstechnik, um die schwächelnde Aktie zu stützen.

Siemens Healthineers Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie nahe Jahrestief mit 24% Minus
  • Verkauf von Klinikkette in Indien geplant
  • FDA-Zulassung für sechs neue Artis-Systeme
  • Fachkongresse als nächste Bewährungsprobe

Siemens Healthineers sucht den Weg aus einer heiklen Lage. Die Aktie klebt am Jahrestief, während das Management Portfolio-Ballast abwerfen und neue Technik zeigen will. Der Konflikt ist klar: Der Markt wartet auf Belege, dass Diagnostik und China nicht länger die Story dominieren.

Am Freitag schloss die Aktie bei 33,59 Euro und verlor 1,35 Prozent. Damit lag sie nur 0,27 Prozent über dem Jahrestief. Kein Wunder, dass die Nervosität hoch bleibt.

Der Kursrutsch hat sich nicht auf eine schwache Woche beschränkt. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 24,41 Prozent. Auf zwölf Monate summiert sich der Rückgang auf 31,21 Prozent.

Portfolio kommt unter Druck

Siemens Healthineers bereitet offenbar den Verkauf der indischen Krebsklinik-Kette American Oncology Institute vor. Der mögliche Transaktionswert liegt bei rund 1,5 bis 2 Milliarden indischen Rupien. Als Interessenten gelten Private-Equity-Fonds und spezialisierte Gesundheitsdienstleister.

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Der Schritt passt zur aktuellen Linie des Managements. Dienstleistungsgeschäfte mit hohem Kapitaleinsatz binden Mittel und erhöhen die Komplexität. Der Konzern will stärker auf Bereiche setzen, die näher am technologischen Kern liegen.

Dazu zählen vor allem Bildgebung und robotergestützte Chirurgie. Beide Bereiche gelten als margenstärker und strategisch wichtiger als der Betrieb von Klinikketten. Ein Verkauf in Indien wäre damit mehr als reine Bereinigung.

Zulassungen stützen die Technikstory

Operativ braucht Siemens Healthineers neue Argumente. Die FDA hat sechs neue Artis-Systeme für die interventionelle Bildgebung zugelassen. Die Systeme nutzen die Optiq-AI-Bildkette, die Bildrauschen per Deep Learning reduzieren soll.

Das ist wichtig für Eingriffe, bei denen Bildqualität und Strahlendosis eng zusammenhängen. Bessere Bilder bei geringerer Belastung stärken die Position in Kliniken. Genau dort entscheidet sich, ob Innovation in Aufträge umschlägt.

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Auch in der Diagnostik gab es einen Fortschritt. Der Atellica-Testosteron-Assay erhielt eine erneuerte CDC-Zertifizierung. In einer Sparte mit zuletzt nur 0,9 Prozent operativer Marge zählt jeder Nachweis von Qualität und Verlässlichkeit.

Kongresse liefern den nächsten Test

In der kommenden Woche rücken zwei Fachkongresse näher. Auf dem ESTRO-Kongress in Stockholm will Siemens Healthineers voraussichtlich Lösungen für die Krebsbestrahlung zeigen. In Paris läuft zeitgleich der EuroPCR-Kongress für interventionelle Kardiologie.

Für den Markt geht es dort nicht um Messeglanz. Entscheidend sind Hinweise, ob Imaging und Advanced Therapies wieder stärker ziehen. Diese Sparten müssen die Schwächen in Diagnostik und China zumindest teilweise auffangen.

Ein weiteres Thema bleibt die geplante Reduzierung des Siemens-Anteils. Die Mutter will ihre Beteiligung von rund 67 Prozent auf etwa 37 Prozent senken. Mittelfristig könnte das den Streubesitz erhöhen, kurzfristig bleibt aber ein mögliches Aktienangebot im Markt.

Die nächste Etappe liefern ESTRO und EuroPCR. Kommen dort belastbare Signale für die profitableren Sparten, rückt die Gewinnspanne von 2,20 bis 2,30 Euro je Aktie wieder stärker in den Mittelpunkt. Ohne sichtbare Besserung in Diagnostik und China bleibt der Kurs nahe dem Tief anfällig.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.