Siemens Healthineers sucht den Weg aus einer heiklen Lage. Die Aktie klebt am Jahrestief, während das Management Portfolio-Ballast abwerfen und neue Technik zeigen will. Der Konflikt ist klar: Der Markt wartet auf Belege, dass Diagnostik und China nicht länger die Story dominieren.
Am Freitag schloss die Aktie bei 33,59 Euro und verlor 1,35 Prozent. Damit lag sie nur 0,27 Prozent über dem Jahrestief. Kein Wunder, dass die Nervosität hoch bleibt.
Der Kursrutsch hat sich nicht auf eine schwache Woche beschränkt. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 24,41 Prozent. Auf zwölf Monate summiert sich der Rückgang auf 31,21 Prozent.
Portfolio kommt unter Druck
Siemens Healthineers bereitet offenbar den Verkauf der indischen Krebsklinik-Kette American Oncology Institute vor. Der mögliche Transaktionswert liegt bei rund 1,5 bis 2 Milliarden indischen Rupien. Als Interessenten gelten Private-Equity-Fonds und spezialisierte Gesundheitsdienstleister.
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Der Schritt passt zur aktuellen Linie des Managements. Dienstleistungsgeschäfte mit hohem Kapitaleinsatz binden Mittel und erhöhen die Komplexität. Der Konzern will stärker auf Bereiche setzen, die näher am technologischen Kern liegen.
Dazu zählen vor allem Bildgebung und robotergestützte Chirurgie. Beide Bereiche gelten als margenstärker und strategisch wichtiger als der Betrieb von Klinikketten. Ein Verkauf in Indien wäre damit mehr als reine Bereinigung.
Zulassungen stützen die Technikstory
Operativ braucht Siemens Healthineers neue Argumente. Die FDA hat sechs neue Artis-Systeme für die interventionelle Bildgebung zugelassen. Die Systeme nutzen die Optiq-AI-Bildkette, die Bildrauschen per Deep Learning reduzieren soll.
Das ist wichtig für Eingriffe, bei denen Bildqualität und Strahlendosis eng zusammenhängen. Bessere Bilder bei geringerer Belastung stärken die Position in Kliniken. Genau dort entscheidet sich, ob Innovation in Aufträge umschlägt.
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Auch in der Diagnostik gab es einen Fortschritt. Der Atellica-Testosteron-Assay erhielt eine erneuerte CDC-Zertifizierung. In einer Sparte mit zuletzt nur 0,9 Prozent operativer Marge zählt jeder Nachweis von Qualität und Verlässlichkeit.
Kongresse liefern den nächsten Test
In der kommenden Woche rücken zwei Fachkongresse näher. Auf dem ESTRO-Kongress in Stockholm will Siemens Healthineers voraussichtlich Lösungen für die Krebsbestrahlung zeigen. In Paris läuft zeitgleich der EuroPCR-Kongress für interventionelle Kardiologie.
Für den Markt geht es dort nicht um Messeglanz. Entscheidend sind Hinweise, ob Imaging und Advanced Therapies wieder stärker ziehen. Diese Sparten müssen die Schwächen in Diagnostik und China zumindest teilweise auffangen.
Ein weiteres Thema bleibt die geplante Reduzierung des Siemens-Anteils. Die Mutter will ihre Beteiligung von rund 67 Prozent auf etwa 37 Prozent senken. Mittelfristig könnte das den Streubesitz erhöhen, kurzfristig bleibt aber ein mögliches Aktienangebot im Markt.
Die nächste Etappe liefern ESTRO und EuroPCR. Kommen dort belastbare Signale für die profitableren Sparten, rückt die Gewinnspanne von 2,20 bis 2,30 Euro je Aktie wieder stärker in den Mittelpunkt. Ohne sichtbare Besserung in Diagnostik und China bleibt der Kurs nahe dem Tief anfällig.
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