Am Dienstag thematisierte Tobias Heimann, Leiter der deutschen KI-Forschung und Healthcare AI EMEA bei Siemens Healthineers, in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in der Medizintechnik. Wesentliche Impulse verspricht sich das Unternehmen dabei von den Rahmenbedingungen des Europäischen Gesundheitsdatenraums. Im gestrigen Handel legte die Aktie um 0,8 Prozent zu und schloss bei 38,25 Euro.
Neue Produkte in Zulassung und Vertrieb
Parallel zum Fokus auf datengetriebene Technologien erweitert der Medizintechnikkonzern sein Portfolio in der klinischen Praxis. Ende September startete der weltweite Vertrieb des Innovance-D-Dimer-2.0-Assays. Der Labortest verfügt über eine CE-Kennzeichnung sowie die Freigabe der US-Gesundheitsbehörde FDA und dient der diagnostischen Abklärung venöser Thromboembolien, darunter tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien.
Bereits am 27. September stellte das Unternehmen zudem die Strahlentherapielösung Accela vor, die auf der NeoArc-Technik aufbaut. Das System zielt auf stereotaktische Bestrahlungen während eines einzelnen Atemanhaltezyklus sowie Mehrherdbehandlungen in bis zu 60 Sekunden ab. Die für den Markteintritt erforderliche 510(k)-Zulassung steht allerdings noch aus, sodass das Produkt gegenwärtig noch nicht für den kommerziellen Verkauf bereitsteht.
Analysten wägen Zeitplan und Bewertung ab
Die jüngsten Technologieankündigungen trafen am Kapitalmarkt auf ein geteiltes Echo. Das Analysehaus Jefferies beließ seine Einstufung am 28. September auf „Buy“ mit einem Kursziel von 50 Euro. Nennenswerte Umsatzbeiträge aus der neu vorgestellten Strahlentherapieplattform erwarten die Experten allerdings erst in späteren Geschäftsjahren.
Zurückhaltender äußerte sich Deutsche Bank Research. Die Analysten bestätigten am Montag ihre Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 39 Euro vorab der kommenden Quartalszahlen. Seit Jahresanfang steht bei der Aktie ein Minus von 15 Prozent zu Buche.
Branchenkongress und Quartalsbilanz im Blick
Für Anleger stehen in den kommenden Wochen zentrale Termine an. Vom 20. bis 23. Oktober nimmt der Konzern am Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin teil, um Entwicklungen auf dem Gebiet der intraoperativen Bildgebung zu präsentieren.
Wichtiger für die fundamentale Orientierung ist der darauffolgende Monat: Am 5. November veröffentlicht Siemens Healthineers die Geschäftszahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 und erläutert die Resultate im Rahmen einer Analystenkonferenz.
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