Neue KI-Führung, ein Radiopharmaka-Deal und ein Messeauftritt in Berlin — Siemens Healthineers setzt strategische Akzente. Am Kapitalmarkt kommt das bislang kaum an. Die Aktie notiert rund 15 Prozent unter ihrem Jahresanfangswert.
Neuer CTO und Radiopharmaka-Wette
Martin Stumpe übernimmt am 1. Juni offiziell den Posten des Chief Technology Officer. Der frühere Google- und Danaher-Manager absolvierte seinen ersten Auftritt bereits auf dem DMEA-Kongress in Berlin — mit einem Vortrag zur sogenannten „Patient Twinning“-Technologie. Er soll die KI-Entwicklung des Unternehmens maßgeblich vorantreiben.
Parallel dazu hat Siemens Healthineers einen Liefervertrag mit Radiopharm Theranostics unterzeichnet. Das Unternehmen produziert und vertreibt den Bildgebungswirkstoff RAD101 für eine US-amerikanische Phase-3-Studie. RAD101 soll echte Tumorrezidive von behandlungsbedingten Gewebeveränderungen bei Hirnmetastasen unterscheiden — eine Schwäche konventioneller MRT-Verfahren. Die FDA hat dem Wirkstoff den Fast-Track-Status erteilt. Der adressierte Patientenpool liegt in den USA bei über 300.000 Fällen jährlich.
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Siemens Healthineers nutzt dabei sein bestehendes Netzwerk von Radioapotheken. Das ist kein kleines Detail: RAD101 hat eine Halbwertszeit von nur 110 Minuten.
Zölle, China, Abspaltung
Das operative Umfeld bleibt schwierig. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz zwar um 3,8 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel aber um 3 Prozent auf 0,49 Euro. Die Diagnostiksparte schrumpfte um 3 Prozent — belastet durch Chinas Antikorruptionskampagne, die die Beschaffung zentralisiert und den lokalen Absatz gedämpft hat.
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Neue US-Zölle dürften das bereinigte EBIT in diesem Jahr um rund 400 Millionen Euro belasten. Negative Währungseffekte kommen mit weiteren 200 bis 250 Millionen Euro obendrein. Das Management hält trotzdem an seiner Jahresprognose fest: vergleichbares Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 2,20 und 2,40 Euro.
Zum Abspaltungsplan: Siemens will auf der Hauptversammlung im Februar 2027 entscheiden, ob es 30 Prozent der Healthineers-Anteile an die eigenen Aktionäre überträgt und damit die Mehrheit abgibt. RBC Capital Markets bleibt mit einem Kursziel von 55 Euro bei „Outperform“. Analystin Natalia Webster schrieb, der längere Zeitplan dürfte Anleger enttäuschen — auch wenn viele dem schnelleren Alternativplan skeptisch gegenübergestanden hätten.
Nächster Prüfstein: 7. Mai
Die Aktie notiert aktuell bei 37,58 Euro und damit rund 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,86 Euro. Am 7. Mai legt das Unternehmen die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Markt wird prüfen, ob die für das zweite Halbjahr angekündigte Umsatz- und Margenverbesserung erste Konturen annimmt — und ob der Abspaltungsfahrplan konkreter wird.
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