Sivers Semiconductors bekommt frisches Geld. Die außerordentliche Hauptversammlung hat die gerichtete Aktienemission durchgewunken und damit eine wichtige Unsicherheit aus dem Weg geräumt. Ruhe kehrt damit aber nicht ein: Leerverkäufer, ein unter Druck stehender Großaktionär und die geplante US-Notierung halten den Druck hoch.
Kapitalerhöhung bringt Luft
Die Schweden können bis zu 8,62 Millionen neue Stammaktien zu je 14,50 schwedischen Kronen ausgeben. Brutto fließen damit rund 125 Millionen Kronen in die Kasse. Zu den Zeichnern zählen DNB Disruptive Opportunities, DNB Nordic Small Cap und Storebrand Sverigefond.
Die Verwässerung liegt auf voll verwässerter Basis bei etwa 2,5 Prozent. Sivers hat sich verpflichtet, nach Vollzug der Platzierung für 180 Kalendertage keine weiteren Aktien auszugeben. Mitglieder des Verwaltungsrats mit Aktienbesitz sowie CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard haben sich zudem für 90 Tage zu einem Verkaufsverzicht verpflichtet, vorbehaltlich üblicher Ausnahmen.
An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Aktie legte am Montag in Stockholm um mehr als 10 Prozent zu und erreichte im Tagesverlauf 48,36 Kronen. Der vorherige Schlusskurs lag bei 43,52 Kronen.
Der Sprung folgt auf eine schwache Sitzung zuvor. Am 8. Mai hatte der Titel 12,51 Prozent verloren. Die Kapitalfreigabe nimmt kurzfristig Druck aus der Bilanzdebatte, löst aber nicht die größeren Bewertungs- und Vertrauensfragen.
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Großaktionär und Shortseller erhöhen Druck
Ein neuer Unsicherheitsfaktor kommt aus dem Aktionärskreis. Der Großinvestor Achilles Capital und die Muttergesellschaft DDM Finance arbeiten an einer Restrukturierung, nachdem Anleihen über rund 225 Millionen Euro fällig wurden. Geplant sind Portfolioverkäufe von etwa 30 Millionen Euro sowie Veräußerungen von Technologie- und Life-Science-Beteiligungen im Umfang von 30 bis 50 Millionen Euro.
Damit könnte auch die Sivers-Beteiligung zum Thema werden. Das Management hat sich zu einem möglichen Verkauf nicht geäußert. Für die Aktie wäre ein solcher Überhang heikel, weil er zusätzliche Stücke in einen ohnehin nervösen Markt bringen könnte.
Die Leerverkaufsdaten zeigen, wie skeptisch Teile des Marktes sind. Gemeldete Netto-Shortpositionen summieren sich auf 6,43 Prozent der ausstehenden Aktien. Voleon Capital Management hat zuletzt mit 0,53 Prozent die europäische Meldeschwelle überschritten.
Der zentrale Angriffspunkt ist die Bewertung. Sivers wird mit dem 31,1-Fachen des Umsatzes gehandelt, obwohl das Unternehmen noch Verluste schreibt. Dieses Multiple setzt kräftiges Wachstum und einen klaren Pfad zur Profitabilität voraus.
Operativ wächst Sivers, aber die Gewinnschwelle bleibt entfernt. Der Umsatz stieg 2025 um 25 Prozent auf 304 Millionen Kronen. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 10,8 Millionen Kronen.
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Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 186,5 Millionen Kronen. Genau deshalb wirkt die Kapitalerhöhung kurzfristig stabilisierend, während die Bewertung weiter anfällig bleibt.
US-Pläne werden zum Prüfstein
Der nächste Belastungstest kommt schnell. Der Geschäftsbericht wurde verschoben, weil Sivers die Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 an die Prüfstandards des US Public Company Accounting Oversight Board anpasst. Hintergrund ist die Prüfung einer möglichen Zweitnotiz an der Nasdaq New York.
Der Kalender ist dicht:
- 15. Mai: Geschäftsbericht
- 20. Mai: Zahlen zum ersten Quartal 2026
- 15. Juni: verschobene Hauptversammlung
Das Management hält mögliche Anpassungen bei Umsatzrealisierung, Vorratsbewertungen und aktienbasierter Vergütung für voraussichtlich nicht wesentlich. Dennoch zählt hier vor allem Glaubwürdigkeit. Wer eine US-Notierung anstrebt, muss bei Rechnungslegung und Transparenz wenig Angriffsfläche bieten.
Hinzu kommt eine Untersuchung der schwedischen Behörde für Wirtschaftskriminalität. Sie prüft, ob Details zur geplanten US-Notierung vor der offiziellen Mitteilung im April durchgesickert sind. Ein festgestellter Verstoß könnte den Zeitplan in den USA belasten und die Kommunikation mit Aufsehern erschweren.
Am 15. Mai rückt der geprüfte Geschäftsbericht damit in den Mittelpunkt. Er muss zeigen, ob Sivers die formalen Anforderungen für den US-Kapitalmarkt sauber abarbeitet und ob die hohe Bewertung auf belastbaren Zahlen steht.
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