Sivers Semiconductors liefert derzeit zwei Geschichten zugleich. Operativ lockt die KI-Photonik mit Wachstum, strategischen Partnern und neuen Aufträgen. Finanziell zwingt eine Bilanzkorrektur den Markt zu einem nüchterneren Blick.
Korrigierte Zahlen belasten die Story
Der härteste Einschnitt kam mit dem Geschäftsbericht. Sivers korrigierte die Konzernzahlen für 2025. Der EBIT-Verlust fiel mit 177,8 Mio. SEK deutlich höher aus als zuvor berichtet.
Auch unter dem Strich wurde das Bild schwächer. Der Jahresverlust lag bei 222,6 Mio. SEK, nicht bei 186,5 Mio. SEK. Das nimmt der Wachstumsstory kurzfristig Glanz.
Das Ergebnis je Aktie sank auf minus 0,81 SEK. Das Eigenkapital fiel auf 949,8 Mio. SEK. Zuvor hatte Sivers hier noch einen höheren Wert ausgewiesen.
Auch das Vorjahr bekam ein neues Etikett. Der Umsatz für 2024 liegt nun bei 219,2 Mio. SEK. Der Jahresverlust beträgt 183,9 Mio. SEK.
Sivers begründet die Änderungen mit einer Aufwertung der Abschlüsse in Richtung PCAOB-Standards. Dazu zählen verschobene Umsätze, neue Lagerbewertungen und geänderte Annahmen bei aktienbasierter Vergütung. Auch aktivierte Entwicklungskosten wurden wertberichtigt.
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Kapitalerhöhung nimmt Druck heraus
Einen kurzfristigen Druckpunkt räumte die außerordentliche Hauptversammlung aus. Die Aktionäre billigten am 11. Mai eine gerichtete Kapitalerhöhung mit 8,62 Millionen Aktien zu 14,50 SEK.
Brutto fließen damit rund 125 Mio. SEK in die Kasse. Beteiligt sind unter anderem DNB Disruptive Opportunities, Storebrand Sverigefond, Alcur Fonder und Hudson Bay Capital Management.
Das Management setzt ebenfalls ein Signal. CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard verpflichteten sich zu einer Haltefrist von 90 Tagen auf ihre persönlichen Aktienbestände. Das dürfte Vertrauen stützen, löst aber nicht das Bilanzthema.
Aktie bleibt extrem nervös
Die Aktie spiegelte diese Gemengelage in starken Ausschlägen. Am 15. Mai schloss sie bei 55,70 SEK. Der Tagesverlust blieb damit moderat.
Die Spanne reichte jedoch von 51,70 bis 59,85 SEK. Das ist ein breiter Korridor für einen einzelnen Handelstag. Käufer und Verkäufer lagen weit auseinander.
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Am 11. Mai sprang der Kurs um mehr als 10 Prozent auf 48,36 SEK. Kurz davor hatte ein Minus von 12,51 Prozent den Markt verunsichert. Später in der Woche folgte ein weiterer Schub von 31,3 Prozent.
Die Gegenposition ist klar. Voleon Capital Management und Two Sigma Investments halten jeweils Short-Positionen von rund 2 Prozent. Sie setzen darauf, dass die Rally wieder nachgibt.
Operativ gab es dennoch Rückenwind. Am 6. Mai meldete Sivers eine Entwicklungskooperation mit Tachyon Networks über 1,5 Mio. Dollar für einen 60-GHz-Transceiver. Der Vertrag knüpft an eine frühere Produktionsorder für 28-GHz-Antennenmodule an.
Der Geschäftsbericht erschien am 13. Mai. Sivers verschob den Bericht zum ersten Quartal von 20. Mai auf 29. Mai. Als Grund nennt das Unternehmen den laufenden Audit-Uplift im Zuge einer möglichen Zweitnotiz an der Nasdaq New York.
Ein regulatorischer Schatten bleibt. Die schwedische Wirtschaftskriminalitätsbehörde prüft, ob Details zur geplanten Nasdaq-Notiz vor der offiziellen Mitteilung im April durchgesickert sind.
Am 29. Mai treffen zwei Auslöser zusammen: der Quartalsbericht und Änderungen in MSCI-Indizes. Bis dahin bleibt der Kernkonflikt eng umrissen: starke technologische Fantasie, frisches Kapital, aber deutlich härtere Finanzzahlen.
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