Sivers Semiconductors hat seine Hauptversammlung abgehalten — und dabei eine klare Botschaft gesendet: Der schwedische Chiphersteller richtet sich konsequent auf ein Dual-Listing an der Nasdaq New York aus. Das prägt nicht nur die strategischen Entscheidungen, sondern auch die Zusammensetzung des neu gewählten Vorstands.

Incentive-Programm verschoben, Entlastung erteilt

Auffällig war die kurzfristige Streichung der Tagesordnungspunkte 14 bis 16. Diese hätten ein neues Mitarbeiter-Incentive-Programm begründet. Der Vorstand zog die Punkte zurück, um dem neu gewählten Gremium Zeit zu geben, die Vergütungsstruktur zu prüfen. Ein überarbeitetes Programm soll auf einer späteren Hauptversammlung zur Abstimmung kommen.

Das neue Board enthält gezielt Mitglieder mit Erfahrung im US-amerikanischen Halbleiter- und M&A-Geschäft. Das ist kein Zufall — es bereitet den Boden für die geplante US-Kapitalmarkttransaktion.

Die Jahresabschlüsse für 2025 wurden genehmigt. CEO und Vorstand erhielten die Entlastung, obwohl externe Berichte zuletzt einzelne Umsatzkomponenten infrage gestellt hatten. Eine Dividende zahlt das Unternehmen nicht. Das Kapital fließt stattdessen in Photonik und Funktechnologien für KI-Rechenzentren sowie Satellitenkommunikation.

Nasdaq-Listing als Hauptantrieb

Der operative Kern der Hauptversammlung war die Vorbereitung auf das US-Listing. Sivers Semiconductors lässt seine Abschlüsse für 2024 und 2025 nach den Standards des US-amerikanischen PCAOB prüfen. Parallel plant das Unternehmen eine Kapitalerhöhung um bis zu 53,8 Millionen neue Aktien — um die nötige Liquidität für die US-Expansion bereitzustellen.

Als operative Treiber stehen zwei Projekte im Vordergrund: eine strategische Kooperation mit GlobalFoundries sowie ein Produktionsauftrag von ALL.SPACE über 8,2 Millionen Dollar für Ka-Band-Beamforming-Schaltkreise.

Kurs gibt nach, Momentum bleibt

Die Aktie reagierte auf die Ankündigungen mit einem Rückgang von rund vier Prozent auf 8,04 Euro. Das relativiert sich schnell: Über 30 Tage liegt das Papier noch immer rund 61 Prozent im Plus. Zum 50-Tage-Durchschnitt besteht ein Abstand von über 70 Prozent — das spiegelt die außergewöhnliche Dynamik der vergangenen Wochen wider.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 243 Prozent zeigt, wie stark der Markt auf jeden Schritt des Unternehmens reagiert. Der nächste konkrete Meilenstein ist die Vorlage des PCAOB-konformen Abschlusses — er entscheidet maßgeblich darüber, wann das Nasdaq-Listing tatsächlich eingereicht werden kann.