Sivers: Großaktionär Achilles in Schuldenrestrukturierung

Sivers Semiconductors steht vor Herausforderungen: Der Hauptaktionär steckt in einer Restrukturierung, während Leerverkäufer und eine Untersuchung den Kurs belasten.

Sivers Semiconductors Aktie
Kurz & knapp:
  • Achilles Capital beantragt Restrukturierung
  • Leerverkäufer mit signifikanten Short-Positionen
  • Ermittlungen wegen möglicher Insidergeschäfte
  • Quartalsbericht erneut verschoben

Sivers Semiconductors kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Der größte Aktionär steckt in einer Schuldenrestrukturierung, Leerverkäufer halten erhebliche Positionen — und der Quartalsbericht lässt erneut auf sich warten.

Achilles Capital unter Druck

Achilles Capital und seine Muttergesellschaft DDM Finance haben einen Restrukturierungsantrag gestellt. Hintergrund: Anleihen über rund 225 Millionen Euro liefen im April 2026 aus. Der Plan sieht eine Refinanzierung in der zweiten Jahreshälfte vor — vorausgesetzt, die Restrukturierung wird genehmigt.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören der Verkauf von Kreditportfolios sowie die Veräußerung von Technologie- und Life-Science-Beteiligungen im Wert von 30 bis 50 Millionen Euro. Ob dabei auch die Sivers-Beteiligung auf den Markt kommt, ist offen. Das Management hat sich bislang nicht geäußert.

Ein erzwungener Verkauf eines großen Aktienblocks wäre ein erhebliches Risiko für den Kurs.

Leerverkäufer und Ermittlungen

Parallel dazu halten institutionelle Leerverkäufer nennenswerte Positionen. Voleon Capital Management stand zuletzt bei 1,86 Prozent der Sivers-Aktien short, Two Sigma Investments bei 1,78 Prozent.

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Hinzu kommt eine Untersuchung der schwedischen Wirtschaftskriminalitätsbehörde. Die Behörde prüft, ob Details zur geplanten Nasdaq-Notierung vor der offiziellen Ankündigung im April durchgesickert sind. Eine bestätigte Verletzung könnte den gesamten Zeitplan für das US-Listing verzögern.

Revidierte Zahlen, größere Verluste

Am 13. Mai veröffentlichte Sivers seinen Jahresbericht 2025 — mit deutlich angepassten Zahlen. Der Umsatz stieg leicht auf 306,6 Millionen SEK. Das operative Ergebnis verschlechterte sich jedoch erheblich: Der Verlust weitete sich auf 177,8 Millionen SEK aus, nach zuvor gemeldeten 141,3 Millionen SEK.

Auch die 2024er-Zahlen wurden revidiert. Der Nettoumsatz sank auf 219,2 Millionen SEK, der Nettoverlust stieg auf 183,9 Millionen SEK — fast 68 Millionen SEK mehr als ursprünglich ausgewiesen.

Grund für die Anpassungen ist die Angleichung an US-amerikanische PCAOB-Prüfungsstandards im Zuge der Nasdaq-Bewerbung. Das betraf unter anderem die Umsatzperiodisierung, Lagerbewertungen und die Abschreibung aktivierter Entwicklungskosten.

Redeye-Analyst Jacob Benon kommentierte die Bewertung des Unternehmens gegenüber Svenska Dagbladet mit den Worten, er habe solche Handelsvielfachen „noch nie gesehen“.

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Quartalsbericht erneut verschoben

Der Q1-Bericht 2026 erscheint nun am 29. Mai — ursprünglich war der 20. Mai geplant. Die Verschiebung hängt ebenfalls mit dem laufenden Prüfungsaufwand für das Nasdaq-Listing zusammen.

Es wird der erste Bericht unter dem neuen PCAOB-Rahmen sein. Er dürfte zeigen, wie belastbar die angepasste Bilanz wirklich ist — und ob der Zeitplan für die US-Notierung hält.

Pipeline und Kapitalerhöhung als Gegengewicht

Auf der operativen Seite gibt es Fortschritte. Ein LiDAR-Kunde plant, ab Q4 2026 mit Sivers-Lasern in Serie zu gehen. Das Unternehmen erwartet daraus bis 2030 einen kumulierten Umsatz von 28 bis 53 Millionen US-Dollar. Die Kooperation mit Jabil für 1,6T-Transceiver-Module zielt auf den wachsenden Bandbreitenbedarf in KI-Rechenzentren. Im Mai kam ein neues Entwicklungsprojekt mit Tachyon Networks für 1,5 Millionen US-Dollar hinzu.

Die außerordentliche Hauptversammlung vom 11. Mai billigte eine Kapitalerhöhung: 8,62 Millionen neue Aktien zu je 14,50 SEK. Unter den Investoren finden sich DNB Disruptive Opportunities, Storebrand Sverigefond, Hudson Bay Capital Management und weitere institutionelle Adressen. Sivers hat sich zu einem 180-tägigen Ausgabestopp verpflichtet. CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard unterliegen einer 90-tägigen Haltefrist.

Das Management nennt als Ziel für den operativen Cashflow-Breakeven einen Jahresumsatz von 50 bis 55 Millionen US-Dollar bei einer langfristigen Bruttomarge von über 50 Prozent. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg — und der 29. Mai wird zeigen, wie weit Sivers davon entfernt ist.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.