Sivers Semiconductors plant den Sprung an die Wall Street. Aktuell prüft der schwedische Chipentwickler ein strategisches Zweitlisting an der US-Technologiebörse Nasdaq. Dafür nimmt das Management kurzfristige Verzögerungen im Finanzkalender bewusst in Kauf.

Die Folge: Der Geschäftsbericht für das vergangene Jahr erscheint nun erst am 15. Mai. Die Wirtschaftsprüfer passen die Bilanzen derzeit an die strengen US-Standards an. Dieser Schritt ist eine zwingende Voraussetzung für den Gang nach New York. Die Quartalszahlen folgen kurz darauf am 20. Mai.

KI-Infrastruktur als Treiber

Operativ profitiert das Unternehmen vom massiven Ausbau der KI-Rechenzentren. Sivers liefert spezielle Laser-Arrays für optische Systeme, die aktuelle Engpässe bei der Datenübertragung lösen. Ein wichtiger Meilenstein ist die Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Jabil. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen einen extrem schnellen optischen Transceiver.

Damit verlässt die Sivers-Technologie das Labor und erreicht den Massenmarkt. Branchenexperten warnen bereits vor strukturellen Lieferengpässen bei diesen Bauteilen. Parallel dazu baut Sivers sein Drahtlos-Geschäft aus. Der Konzern meldete kürzlich eine Entwicklungspartnerschaft mit Tachyon Networks. Der Vertrag für den neuen Funk-Transceiver hat ein Volumen von 1,5 Millionen US-Dollar.

Konkreter Zeitplan erwartet

Am Freitag ging die Aktie bei 43,52 schwedischen Kronen aus dem Handel. Die verschobene Hauptversammlung findet nun am 15. Juni statt. Auf der Tagesordnung stehen dann nicht nur die regulären Beschlüsse. Aktionäre erwarten konkrete Details zum Zeitplan für das mögliche Nasdaq-Listing.