Ein verschobener Quartalsbericht löst oft Panik aus. Bei Sivers Semiconductors greifen Investoren heute zu. Der schwedische Technologiekonzern ändert seinen Finanzkalender massiv ab. Das Ziel: ein Zweitlisting an der US-Börse Nasdaq.

Strenge US-Regeln erfordern Zeit

Um spätestens Anfang 2027 in New York zu starten, muss Sivers die strengen US-Prüfstandards erfüllen. Die amerikanische Aufsichtsbehörde verlangt absolute Transparenz bei den Zahlen. CEO Vickram Vathulya nimmt sich nun mehr Zeit, um die internen Kontrollprozesse rechtzeitig auf dieses Niveau anzupassen.

Der Halbjahresbericht verschiebt sich dadurch auf den 27. August. Das Update zum dritten Quartal folgt im späten November. Die finalen Zahlen zum Jahresabschluss plant das Management für Ende Februar.

Aktie beendet brutalen Abverkauf

Der Markt belohnt die strategische Klarheit. Die Aktie stieg bis zum Donnerstagmittag um sechs Prozent auf 3,82 Euro. Das bringt eine dringend nötige Erholung nach einem extrem volatilen Monat.

In den vergangenen 30 Tagen verlor der Halbleiterspezialist knapp 48 Prozent an Wert. Der aktuelle Kurs liegt damit weit unter dem Jahreshoch aus dem Juni, als das Papier noch über zehn Euro kostete. Der Relative-Stärke-Index deutete zuletzt bereits auf einen stark überverkauften Markt hin.

KI-Fokus braucht US-Kapital

Sivers will seine Photonik-Sparte dauerhaft im US-Markt etablieren. Das Unternehmen positioniert seine Hochpräzisionslaser als kritische Bausteine für moderne KI-Rechenzentren. Erst kürzlich sammelte der Konzern rund 700 Millionen Schwedische Kronen ein, um die Produktion massiv auszubauen.

Das geplante US-Listing soll nun neue institutionelle Geldgeber anlocken. Liefert Sivers bei der Bilanzvorlage im August saubere Prozesse nach amerikanischem Standard ab, rückt der Wall-Street-Start greifbar näher.