Sivers Semiconductors treibt sein Geschäft mit optischen Komponenten für Rechenzentren voran. Das Unternehmen gab am Donnerstag ein gemeinsames Entwicklungsprogramm mit SemiNex Corporation bekannt, das sich neuartigen Indiumphosphid-Lichtquellen für KI-Datenzentren widmet. Das Programm hat ein anfängliches Volumen von rund 3,4 Millionen Dollar, erste Kundenmuster und Produktionsanläufe sind für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.

Kurzfristige Shortseller kommen und gehen

Während die Kooperation strategisch auf künftiges Wachstum zielt, zeigt sich der Handel mit der Aktie zuletzt von kurzfristigen Wetten geprägt. Anfang August tauchte Jane Street Group als neuer öffentlicher Leerverkäufer bei Sivers Semiconductors auf, zog die Position aber binnen weniger Tage wieder zurück.

Kurz zuvor war laut Medienberichten auch D. E. Shaw als neuer Short-Investor registriert worden. Solche kurzlebigen Positionierungen deuten auf hohe Nervosität unter Marktteilnehmern hin, spiegeln aber nicht zwingend eine fundamentale Einschätzung des Unternehmens wider.

Befeuert wurde das Handelsgeschehen bei optischen Komponentenherstellern zudem durch Berichte, wonach die US-Regulierungsbehörde FCC an einem Importverbot für neue chinesische Transceiver-Modelle arbeitet, mit Ausnahmen für viele nicht-chinesische Anbieter. Davon profitierten Werte wie Sivers Semiconductors, da ein solches Verbot Wettbewerber aus China schwächen und Aufträge zu westlichen Zulieferern umlenken könnte.

Aktie legt am Freitag deutlich zu

Der Kurs reagierte auf die Nachrichtenlage mit einem Plus von 5,2 Prozent und schloss am Freitag bei 3,83 Euro. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,1 Prozent, über 30 Tage summiert sich das Plus auf 8,0 Prozent.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 4,95 Euro bleibt aber weiterhin ein deutlicher Abstand von 23 Prozent nach unten – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den mittelfristigen Abwärtstrend noch nicht durchbrochen hat. Zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, erreicht Anfang Juni, fehlen der Aktie derzeit 63 Prozent.

Buchhalterische Belastung durch Kursrally erwartet

Für das zweite Quartal 2026 kündigte Sivers Semiconductors zudem eine nicht zahlungswirksame Belastung von 42,9 Millionen schwedischen Kronen für Sozialabgaben an.

Hintergrund ist ein Kurssprung der Aktie von 10,71 auf 63,15 schwedische Kronen im Quartalsverlauf, der bilanziell entsprechende Rückstellungen auslöst. Solche Effekte hängen an Mitarbeiterprogrammen und beeinflussen zwar das ausgewiesene Ergebnis, sagen aber nichts über die operative Entwicklung des Geschäfts aus.

Parallel wuchs die Aktienzahl weiter: Bootstrap Europe IV SCSp übte sämtliche Warrants aus und zeichnete gut 1,65 Millionen neue Stammaktien zu 4,53 Kronen je Aktie, was Sivers Semiconductors rund 7,5 Millionen Kronen einbrachte. Die Gesamtzahl der Aktien und Stimmen stieg dadurch von rund 355 Millionen auf knapp 357 Millionen.

Anleger richten den Blick nun auf den 27. August, wenn Sivers Semiconductors vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm seine Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, ob die operativen Fortschritte bei KI-Optik und Datenzentrums-Komponenten die buchhalterischen Sondereffekte überstrahlen können.