In dieser Snowflake Aktienanalyse sehen wir weiteres Wachstum und auch deren Steigerung beim Umsatz und Gewinn. Der KI-Boom beflügelt die Aktie somit weiterhin. Wo liegen die nächsten Kursziele?
Snowflake wächst weiter rasant
Das Besondere an der Architektur war die Trennung von Datenspeicherung und Rechenleistung. Unternehmen können dadurch enorme Datenmengen speichern und bei Bedarf zusätzliche Rechenkapazitäten hinzubuchen. Snowflake läuft unter anderem auf den Cloudplattformen von Amazon, Microsoft und Google und positioniert sich damit bewusst als unabhängige Datenschicht zwischen den großen Cloudanbietern.
Der Börsengang erfolgte im September 2020 und gehörte zu den spektakulärsten Technologie-IPOs seiner Zeit. Snowflake wurde zeitweise mit weit über 100 Milliarden US-Dollar bewertet. Nach dem Ende des großen Softwarebooms geriet die Aktie jedoch deutlich unter Druck. Unternehmen optimierten ihre Cloudkosten, das Wachstum verlangsamte sich und Anleger stellten die hohe Bewertung zunehmend infrage.
Inzwischen hat sich die Investmentstory jedoch verändert. Snowflake entwickelt sich vom klassischen Cloud Data Warehouse immer stärker zu einer umfassenden Daten- und KI-Plattform. Unternehmen können Daten speichern, analysieren und miteinander verknüpfen und zunehmend direkt innerhalb der Snowflake-Umgebung Anwendungen und KI-Modelle einsetzen.
Gerade für Künstliche Intelligenz besitzt das Unternehmen eine interessante Ausgangsposition. Moderne KI benötigt große Mengen hochwertiger Unternehmensdaten. Viele dieser Daten befinden sich bereits auf der Snowflake-Plattform. Statt sensible Informationen zunächst zu anderen KI-Anbietern übertragen zu müssen, können Unternehmen zunehmend KI-Anwendungen direkt auf ihren vorhandenen Daten aufbauen.
Wie stark diese Strategie inzwischen wirkt, zeigen die Anfang September veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Der Gesamtumsatz stieg um rund 37 Prozent auf 1,55 Milliarden US-Dollar. Besonders wichtig ist dabei der Produktumsatz, der ebenfalls um 37 Prozent auf 1,49 Milliarden Dollar zulegte. Damit hat sich das Wachstum gegenüber den vergangenen Jahren wieder deutlich beschleunigt.
Auch die Kundenbasis entwickelt sich positiv. Snowflake zählt inzwischen 828 Kunden, die innerhalb von zwölf Monaten jeweils mehr als eine Million Dollar Produktumsatz generieren. Die Net Revenue Retention Rate liegt bei 126 Prozent. Bestehende Kunden geben damit im Durchschnitt weiterhin deutlich mehr Geld bei Snowflake aus als im Vorjahr.
Die noch nicht realisierten vertraglich vereinbarten Umsätze, die sogenannten Remaining Performance Obligations, erreichten rund 9 Milliarden Dollar. Diese Kennzahl gibt einen wichtigen Hinweis darauf, wie viel Geschäft Snowflake bereits vertraglich gesichert hat.
Der entscheidende Wachstumstreiber wird zunehmend Künstliche Intelligenz. Nach Angaben von CEO Sridhar Ramaswamy ist etwa die Hälfte der jüngsten Wachstumsbeschleunigung auf KI zurückzuführen. Dabei profitiert nicht nur das Geschäft mit speziellen KI-Produkten. KI-Anwendungen sorgen gleichzeitig dafür, dass Kunden mehr Daten speichern und mehr Rechenleistung innerhalb der klassischen Snowflake-Plattform verbrauchen.
Zu den wichtigen Angeboten gehört Cortex AI, mit dem Unternehmen generative KI und große Sprachmodelle direkt mit ihren Daten verbinden können. Mit Cortex Code bietet Snowflake außerdem einen KI-Assistenten für Softwareentwickler an. Hinzu kommen Anwendungen, über die Mitarbeiter in natürlicher Sprache mit Unternehmensdaten kommunizieren können. Tausende Kundenkonten nutzen diese neuen Funktionen bereits.
Strategisch wichtig sind außerdem die Partnerschaften mit den großen KI- und Cloudunternehmen. Snowflake arbeitet unter anderem mit OpenAI zusammen und baut gleichzeitig die Kooperation mit Amazon Web Services aus. Mit AWS wurde zuletzt eine Vereinbarung mit einem Volumen von bis zu sechs Milliarden Dollar über fünf Jahre geschlossen. Snowflake bleibt damit trotz eigener KI-Angebote bewusst offen für unterschiedliche Modelle und Cloudplattformen.
Die starken Quartalszahlen haben das Management dazu veranlasst, die Prognose erneut anzuheben. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 erwartet Snowflake nun einen Produktumsatz von rund 6,07 Milliarden US-Dollar. Zuvor waren lediglich 5,84 Milliarden Dollar prognostiziert worden. Noch zu Beginn des Geschäftsjahres hatte die Prognose bei 5,66 Milliarden Dollar gelegen.
Damit zeichnet sich eine bemerkenswerte Entwicklung ab: Nachdem sich das Wachstum von Snowflake über mehrere Jahre verlangsamte, beschleunigt es sich inzwischen wieder. Gleichzeitig verbessert sich die Profitabilität. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte im jüngsten Quartal 62 Cent und lag damit deutlich über den Erwartungen des Marktes.
Die Börse reagierte entsprechend euphorisch. Nach Veröffentlichung der Zahlen sprang die Snowflake-Aktie um mehr als 20 Prozent nach oben. Anleger honorierten vor allem die Kombination aus wieder stärkerem Wachstum, steigender Profitabilität und der Erkenntnis, dass KI für Snowflake nicht nur ein Zukunftsversprechen ist, sondern bereits messbar zum Geschäft beiträgt.
Für die Zukunft liegt darin gleichzeitig die größte Chance des Unternehmens. Wenn Unternehmen ihre eigenen Daten verstärkt für KI-Anwendungen nutzen, benötigt es Plattformen, auf denen diese Daten sicher gespeichert, verarbeitet und mit unterschiedlichen KI-Modellen verbunden werden können. Snowflake möchte genau diese zentrale Plattform werden.
Die Risiken liegen vor allem im intensiven Wettbewerb. Microsoft, Amazon und Google verfügen über eigene Daten- und KI-Plattformen. Mit Databricks besitzt Snowflake zudem einen starken direkten Konkurrenten. Gleichzeitig ist die Snowflake-Aktie nach dem kräftigen Kursanstieg wieder ambitioniert bewertet. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das weitere Wachstum.
Die aktuellen Quartalszahlen zeigen jedoch, dass sich die fundamentale Entwicklung deutlich verbessert hat. Mit 37 Prozent Wachstum beim Produktumsatz, einer erneut angehobenen Jahresprognose und einer zunehmenden Nutzung der KI-Angebote entwickelt sich Snowflake vom Cloud-Datenspezialisten immer stärker zu einer zentralen Infrastrukturplattform für Unternehmensdaten und Künstliche Intelligenz. Gelingt es dem Unternehmen, diese Position weiter auszubauen, könnte KI für Snowflake tatsächlich der Beginn einer neuen Wachstumsphase sein.
Entsprechend stark reagierte die Aktie und sprang über das Allzeithoch, das zuletzt im Jahr 2022 im Chartbild verankert war. Dies bewerten wir heute mit allen Daten aus der aktuellen Bilanz für Dich!
Das Video zur Snowflake Aktienanalyse
Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.
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