Die US-Digitalbank SoFi Technologies bringt ein neues KI-Investment-Tool an den Start. „Composer by SoFi“ heißt die Plattform, die Anlegern hilft, ihre Anlageideen in automatisierte Strategien zu übersetzen. Das folgt auf die Übernahme der Composer Securities LLC. SoFi erweitert damit sein KI-Angebot — erst Anfang Juni startete der Konzern „SoFi Coach“, einen KI-gestützten Finanzassistenten.

Was die Plattform kann

Composer arbeitet mit natürlicher Sprache. Nutzer beschreiben ihre Strategie, die KI setzt sie um. Vor der Aktivierung testet die Plattform die Performance unter verschiedenen Marktbedingungen. Das soll auch weniger erfahrenen Anlegern den Zugang zu komplexen Strategien ermöglichen.

Die Aktie reagierte verhalten positiv. Am Mittwoch notiert das Papier bei 15,33 Euro — ein Plus von 0,78 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Gewinn von knapp 10 Prozent. Der Blick auf das Jahr ist dagegen ernüchternd: minus 34,6 Prozent seit Jahresanfang.

Operativ läuft es besser als der Kurs zeigt

SoFi meldete für das erste Quartal einen Rekordumsatz von 1,1 Milliarden Dollar, ein Plus von 41 Prozent zum Vorjahr. Die Mitgliederzahl stieg um 35 Prozent auf 14,7 Millionen. Analysten sehen die Aktie mehrheitlich neutral, das durchschnittliche Kursziel liegt bei umgerechnet rund 22,56 Dollar.

Die Zahlen zeigen: Das Geschäft wächst, der Markt bleibt skeptisch. Die Aktie notiert 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 28,20 Euro. Der Kurs hat sich vom Jahrestief bei 12,85 Euro aber bereits wieder gelöst.

Ausblick

Der nächste Test folgt Ende Juli. Dann legt SoFi die Zahlen für das zweite Quartal vor. Die neue KI-Plattform dürfte dabei eine Rolle spielen — als Signal, dass der Konzern sein Ökosystem systematisch ausbaut. Ob sich das in höheren Kursen niederschlägt, ist eine andere Frage.