SoftBank geht bei OpenAI den nächsten großen Schritt. Der Konzern will sich mit 30 Milliarden Dollar an einer gigantischen Finanzierungsrunde beteiligen – und rückt damit noch stärker ins Zentrum des globalen Wettlaufs um KI-Infrastruktur. Doch wie soll SoftBank dieses Tempo finanzieren, wenn OpenAI weiterhin unprofitabel ist?
110 Milliarden Dollar für OpenAI
OpenAI erhält laut CEO Sam Altman insgesamt 110 Milliarden Dollar von Amazon, SoftBank und Nvidia. Die Runde bewertet das Unternehmen vor der Kapitalerhöhung („pre-money“) mit 730 Milliarden Dollar. Amazon führt die Gruppe mit 50 Milliarden Dollar an, Nvidia und SoftBank steuern jeweils 30 Milliarden Dollar bei. Weitere Investoren sollen im Verlauf der Runde dazustoßen.
Für SoftBank ist das auch ein Nachschlag auf eine bereits lukrative Beteiligung: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres (bis Ende Dezember) verbuchte der Konzern einen Bewertungsgewinn von 4,2 Milliarden Dollar auf seine OpenAI-Investition. Das half, Verluste aus Kursrückgängen bei Coupang und der chinesischen Ride-Hailing-App Didi auszugleichen.
Strategiewechsel: Fokus auf „physische“ KI-Basis
Die OpenAI-Zusage passt in SoftBanks strategische Neuausrichtung. Nach dem Kursanstieg Mitte Februar versteht der Konzern diese Phase als Übergang vom „Vision-Fund-Zeitalter“ in die „Izanagi-Ära“.
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Kern ist „Project Izanagi“: ein auf 100 Milliarden Dollar angelegtes Vorhaben, benannt nach einem japanischen Schöpfergott. Ziel ist der Aufbau eines vertikal integrierten KI-Halbleiter-Champions, der langfristig auch Marktführer herausfordern könnte. Anders als bei den breit gestreuten Vision-Funds liegt der Schwerpunkt nun auf Engpässen der KI-Welt: Chips, Infrastruktur und Energie.
Arm als Anker – Telekom liefert Rückenwind
Ein zentraler Baustein bleibt Arm Holdings. SoftBank hält weiterhin rund 90% am Chipdesigner, womit Arm ein wesentlicher Anker für den Net Asset Value (NAV) ist. In den Finanzberichten führt SoftBank zudem ein neues Segment ein: das „AI Computing Segment“. Dort bündelt der Konzern Arm sowie Graphcore und Ampere, zwei weitere übernommene Halbleiterunternehmen.
Arm selbst liefert Wachstumssignale. CEO Rene Haas sagte in einem Earnings Call, die Rechenzentrums-Lizenzumsätze („data center royalty revenue“) seien im Jahresvergleich um mehr als 100% gestiegen. In einigen Jahren könne das Rechenzentrumsgeschäft sogar größer werden als das Mobile-Geschäft.
Operativ stützt zudem das Telekomgeschäft: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 stieg der Umsatz bei SoftBank Corp um 8% auf 5,2 Billionen Yen (Rekord für den Zeitraum). Das operative Ergebnis legte ebenfalls um 8% auf 884 Milliarden Yen zu. Die Tochter hob ihre Jahresprognose beim Umsatz auf 6,95 Billionen Yen (zuvor 6,7 Billionen) und beim operativen Ergebnis auf 1,02 Billionen Yen an.
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Auf Konzernebene meldete SoftBank Group im dritten Quartal einen Nettogewinn von 248,6 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Dollar). Damit verfehlte der Konzern zwar Analystenschätzungen, drehte aber den Verlust aus dem Vorjahreszeitraum in die Gewinnzone.
Energie-Infrastruktur und Verkäufe zur Finanzierung
SoftBanks KI-Pläne reichen bis in die Energieversorgung. Die Tochter SB Energy soll ein großes Gaskraftwerk mit 9,2 Gigawatt an der Grenze zwischen Ohio und Kentucky bauen. Genannte Projektkosten: 33 Milliarden Dollar. Der Hintergrund: KI-Rechenzentren brauchen enorme, verlässliche Strommengen.
CFO Yoshimitsu Goto sagte zudem, 60% der Vermögenswerte seien inzwischen „ASI-orientierte Investments“ – ASI steht für „artificial superintelligence“.
Gleichzeitig steht die Finanzierung der weiteren Investitionen im Fokus, auch weil OpenAI aktuell unprofitabel ist. SoftBank hat dafür Beteiligungen reduziert: Im Oktober verkaufte der Konzern seine komplette Nvidia-Position für 5,83 Milliarden Dollar. Zwischen Juni und Dezember folgten Verkäufe von T-Mobile-Aktien im Wert von 12,73 Milliarden Dollar.
Zum weiteren Verlauf bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 setzt SoftBank damit klar auf Konzentration: große Positionen in zentralen KI-Schichten – Software-Plattformen wie OpenAI, Halbleiter über Arm sowie Infrastruktur und Energieprojekte wie das geplante Kraftwerk.
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