Der japanische Technologiekonzern SoftBank treibt seine Expansion im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter voran. Mit der Übernahme eines US-Gebäudedienstleisters vollzieht die Robotik-Sparte nun einen strategischen Wechsel. Statt reiner Hardware-Verkäufe setzt das Unternehmen künftig auf eine Kombination aus menschlicher Arbeitskraft und physischer KI, um den amerikanischen Immobilienmarkt effizienter zu gestalten.

Vom Roboter-Bauer zum Dienstleister

Am Dienstag gab SoftBank Robotics America die Übernahme von Green Clean Commercial (GCC) bekannt. Aus diesem Zusammenschluss entsteht in Nordamerika die neue Plattform Smart Building X (SBX). Das Konzept verbindet traditionelle Reinigungskräfte mit automatisierten Maschinen und prädiktiver künstlicher Intelligenz. GCC, das bereits seit 2008 Fortune-100-Unternehmen betreut, fungiert dabei als operativer Motor für die datengesteuerte Gebäudeverwaltung.

Dieser Schritt markiert eine deutliche Weiterentwicklung für SoftBank. Bisher lag der Fokus der Robotik-Sparte primär auf der Entwicklung und dem Verkauf von Hardware, wie etwa autonomen Reinigungs- oder Lieferrobotern. Mit der neuen Plattform wandelt sich der Konzern zum umfassenden Dienstleister. Der US-Markt für gewerbliches Gebäudemanagement bietet dabei ein enormes, bisher kaum erschlossenes Potenzial für Automatisierungslösungen.

Breite Technologie-Offensive

Die Expansion im Gebäudemanagement reiht sich in eine umfassende Investitionsstrategie des Konzerns ein. So beteiligte sich SoftBank kürzlich an einer 225 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde für das KI-Chip-Unternehmen Kandou AI, das nun mit 400 Millionen US-Dollar bewertet wird.

Parallel dazu feierte das von SoftBank unterstützte Unternehmen PayPay Mitte März sein Debüt an der US-Börse. Mit einem Emissionsvolumen von knapp 880 Millionen US-Dollar war es das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Dieser Erfolg knüpft an den lukrativen Börsengang des Chipdesigners Arm im Jahr 2023 an, dessen Marktkapitalisierung sich seitdem auf fast 130 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt hat.

In den kommenden Monaten planen SBX und Green Clean Commercial, weitere Details zu Technologie-Integrationen und strategischen Angeboten zu veröffentlichen. Für SoftBank stellt die neue Plattform einen konkreten Hebel dar, um die eigenen Robotik-Assets in der größten Volkswirtschaft der Welt abseits von reiner Software und Halbleitern zu monetarisieren.