Masayoshi Son will wieder groß wetten. SoftBank treibt Pläne voran, ein neues Unternehmen namens Roze an die US-Börse zu bringen — mit einer Zielwahl von bis zu 100 Milliarden Dollar.
Roboter bauen Rechenzentren
Das Kerngeschäft von Roze klingt ungewöhnlich: Das Unternehmen soll den Bau von Rechenzentren automatisieren. Roboter übernehmen dabei Schweißarbeiten, Montage und Schwerlasttransporte. Das Ziel: Baustellen rund um die Uhr betreiben, ohne auf menschliche Schichtpläne angewiesen zu sein.
Hinter der Idee steckt ein realer Engpass. Die Nachfrage nach KI-Rechenkapazität wächst schneller als die Infrastruktur. Wer den Bau beschleunigen kann, trifft einen Nerv — bei Technologiekonzernen und Halbleiterherstellern gleichermaßen.
Roze soll bestehende SoftBank-Assets einbinden. Dazu zählt die Robotiksparte von ABB, die SoftBank im vergangenen Jahr übernommen hat. Auch der Chiphersteller Ampere Computing könnte in das neue Unternehmen einfließen.
IPO noch 2026 — oder doch 2027?
SoftBank peilt den Börsengang noch in diesem Jahr an. Als Auftakt plant der Konzern einen Analystendag an einem Rechenzentrumsstandort in Texas. Intern gibt es allerdings Vorbehalte: Einige Manager bezweifeln, ob der Zeitplan und die Bewertung realistisch sind. Sie verweisen auf geopolitische Unsicherheiten und ein schwieriges Marktumfeld. Manche Berichte nennen 2027 als wahrscheinlicheres Datum.
Die SoftBank-Aktie reagierte auf die Berichte mit Kursschwankungen in Tokio — ein Zeichen, dass Anleger die Pläne noch nicht einheitlich einordnen.
Das Rennen um KI-Infrastruktur läuft auf Hochtouren. Ob Roze dabei als eigenständiges Börsenunternehmen überzeugt, hängt weniger von der Vision ab — als davon, ob Son die internen Zweifler und die Märkte gleichzeitig überzeugen kann.
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