Soitec legt heute seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 vor. Der Markt reagiert schon jetzt nervös. Vor dem Bericht fiel die Aktie am Dienstag um 4,7 Prozent auf 167,20 Euro, heute notiert sie bei 153,05 Euro.

Der Druck kommt nicht aus dem Nichts. Mehrere Häuser haben ihre Haltung zuletzt auf „Hold“ gestellt, darunter J.P. Morgan, Oddo BHF und Kepler Capital. Der Konsens rechnet inzwischen mit einem Verlust von 1,25 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2026.

Schwächere Nachfrage belastet

Besonders im Fokus steht, wie stark die operative Schwäche in den Endmärkten auf die Zahlen durchschlägt. Bei RF-SOI-Kunden aus dem Mobilfunk läuft der Abbau von Lagerbeständen weiter, während Power-SOI im Auto-Segment nur schleppend vorankommt. Dazu kommt eine niedrige Auslastung in den Fabriken, weil Soitec Bestände abbaut statt aggressiv zu produzieren.

Oddo BHF erwartet für das Geschäftsjahr 2026 sogar erstmals seit zehn Jahren einen Nettoverlust. Das ist kein kleiner Knick, sondern ein klarer Hinweis darauf, wie stark die Nachfrage in Teilen des Geschäfts unter Druck steht.

Blick nach vorn bleibt wichtig

Trotz des schwachen Umfelds richten sich die Erwartungen bereits auf die Aussagen des Managements zu Photonics und Datenzentrum-Verbindungen. Bernstein hält sogar eine Anhebung der Wachstumsannahmen für den Photonics-Bereich zwischen 2025 und 2030 für möglich.

Auch bei Automotive und RF-SOI könnte der Ton entscheidend werden. Eine Normalisierung im Auto-Geschäft und ein Ende des Lagerüberhangs bei Foundry-Kunden würden dem Ausblick spürbar helfen.

Kurzfristig bleibt die Aktie extrem bewegt. Sie liegt seit Jahresbeginn zwar noch deutlich im Plus, notiert aber rund 13,6 Prozent unter dem Hoch von 177,05 Euro. Am 28. Mai folgt dann die Ergebnispräsentation mit einem Treffen des Managements. Dann zeigt sich, ob Soitec beim Ausblick mehr Zuversicht liefern kann als viele Anleger derzeit einpreisen.