Solana bekommt einen prominenten Hardware-Partner. Ledger hat auf seinem Event in Paris das Android-Gerät Atom vorgestellt, das die Seeker-App von Solana Mobile an Bord hat. Es ist die erste Hardware-Erweiterung des Ökosystems außerhalb des eigenen Seeker-Smartphones.
Was Atom mitbringt
Die Seeker-App bündelt auf dem Gerät Wallet und dApp Store. Signiert wird im Secure Mode des Geräts, der Transaktionen getrennt vom normalen Android-Betrieb prüft. Die Founder’s Edition kostet 849 Dollar, regulär sollen es 899 Dollar werden. Ausgeliefert wird laut Ledger voraussichtlich ab Sommer 2027, vorbehaltlich der Zertifizierung.
Solana Mobile liefert eigene Nutzungsdaten dazu: mehr als 200.000 verkaufte Geräte und über 13 Milliarden Dollar Transaktionsvolumen. Solana-Labs-Chef Anatoly Yakovenko sprach von der „Magie“, die Seeker-Nutzer seit über einem Jahr erlebten. Seit März stellt Solana Mobile seine Software zudem anderen Android-Herstellern zur Verfügung.
Der Zeitpunkt ist heikel für Ledger. Das Unternehmen untersucht manipulierte Hardware-Wallets, die über einen Händler in Südostasien verkauft wurden. Onchain-Analysten verbinden den Vorfall mit mehr als 86 Millionen Dollar an mutmaßlichen Verlusten, bestätigt hat Ledger die Summe nicht. Atom soll daher besonders gegen Manipulation geschützt sein und etwa Eingriffe am Gehäuse erkennen.
Alpenglow rückt näher
Parallel dazu steht das größte technische Update der Netzwerkgeschichte an. Am 21. Oktober gegen 15:00 UTC soll Alpenglow auf dem Mainnet starten. Die Finalität sinkt damit von rund 12,8 Sekunden auf ein Ziel von etwa 150 Millisekunden.
Für Institutionen dürfte die höhere Fehlertoleranz wichtiger sein. Das neue System soll weiterlaufen, wenn 20 Prozent des Stakes böswillig agieren und weitere 20 Prozent ausfallen. Das alte Verfahren stößt bei etwa einem Drittel feindlichem Stake an seine Grenze.
Eine Nebenwirkung wird für Aufsehen sorgen. Validatoren stimmen künftig direkt untereinander ab, statt Stimmen als Transaktionen auf die Chain zu schreiben. Die ausgewiesenen Transaktions- und TPS-Zahlen dürften deshalb stark sinken, ohne dass sich Nutzung oder Volumen real ändern. Dashboards könnten kurzfristig einen Aktivitätseinbruch suggerieren.
Zur Vorsicht mahnt die Historie: Ein Starttermin am 28. September wurde bereits verschoben. Alpenglow ist zudem nur die erste von zwei Phasen, für die zweite gibt es noch kein Datum.
Der 21. Oktober liefert damit den nächsten harten Test: Läuft die Umstellung wie geplant, zeigt sich in den Tagen danach, wie die Marktteilnehmer die sinkenden Transaktionszahlen einordnen.
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