Solana hat heute einen Vorschlag für effizientere Token-Konten in sein Vorschlagsverzeichnis aufgenommen. Das auf Pinocchio basierende Programm p-ATA soll das bisherige Associated-Token-Account-Programm ersetzen. Tests zeigen einen deutlich geringeren Rechenbedarf und kürzere Ausführungszeiten.

Für Anleger ist allerdings die Abgrenzung wichtig: Die Aufnahme des Vorschlags bedeutet noch keine Umstellung des Hauptnetzes. Auch sinkende Nutzerkosten lassen sich aus den Ergebnissen nicht unmittelbar ableiten.

Tests zeigen geringeren Rechenbedarf

Der Vorschlag trägt die Bezeichnung SIMD-0567. Medienberichten zufolge lag die nach Befehlsnutzung gewichtete Einsparung bei den Compute Units in Tests durchschnittlich bei 81 %. Diese Einheiten erfassen den Rechenbedarf der ausgeführten Operationen. Die Ergebnisse betreffen damit zunächst die technische Effizienz des Programms.

p-ATA soll dieselben Adressen und Schnittstellen wie das bisherige Programm verwenden. Dazu gehören Create, CreateIdempotent und RecoverNested. Der geplante Ersatz verbindet somit eine veränderte technische Umsetzung mit der Beibehaltung bestehender Schnittstellen. Eine abgeschlossene Migration ist damit nicht verbunden.

Bei den Benchmarks fiel die Transaktionsausführungszeit gegenüber dem bisherigen Programm um etwa 35 % kürzer aus. Die Ergebnisse waren jedoch von der Testkonfiguration abhängig: Eine zusätzliche Verringerung des Rechenverbrauchs führte in einer Variante nicht zugleich zu einer kürzeren Ausführungszeit.

Geringerer Rechenbedarf und höhere Geschwindigkeit sind deshalb getrennt zu betrachten. Ebenso wenig entspricht die gemessene Einsparung einer gleich hohen Entlastung für Nutzer. Die Kosten der Kontoerstellung bestehen überwiegend aus der sogenannten Rent-Reserve. Weniger benötigte Compute Units senken diesen Kostenbestandteil nicht entsprechend.

Einführung und Absicherung stehen noch aus

Ein Aktivierungsdatum ist offen. Vorgesehen sind noch eine Sicherheitsprüfung und Tests im Hauptnetz. Für den tatsächlichen Wechsel ist außerdem eine Migration erforderlich. Die technische Verbesserung ist damit konkret durch Testergebnisse unterlegt. Ihr Einsatz im laufenden Netzwerk steht aber noch aus.

Parallel zur Weiterentwicklung beschäftigt Solana eine gesonderte Sicherheitsfrage. Tim Garcia, Leiter Validator Relations der Solana Foundation, warnte heute vor einer unter Ubuntu noch ungepatchten Schwachstelle. Im Linux-Kernel sei sie bereits behoben. Betroffene Validatoren sollen vorläufig bestimmte eingehende Netzwerkpakete blockieren und zusätzliche TCP-Funktionen deaktivieren.

Diese Warnung betrifft den Betrieb der Validatoren und ist vom p-ATA-Vorschlag zu unterscheiden. Für die Bewertung der geplanten Effizienzsteigerung bleiben die nächsten Schritte klar: Sicherheitsprüfung, Hauptnetztests und Migration. Erst deren Abschluss würde aus dem aufgenommenen Vorschlag eine tatsächlich eingesetzte Änderung machen.