Soll ich meine McDonalds Aktien verkaufen? Aktienanalyse des US-Schwergewichts

McDonalds Aktienanalyse
McDonalds Aktienanalyse
 

Als Investor und „Dividendenjäger“ kam mein Blick über Jahre hinweg natürlich nicht am US-Schwergewicht McDonalds vorbei. Doch keine Aktie ist es wert, ewig gehalten zu werden. Es gibt im Trading auch entsprechende Verkaufssignale, die ich hier nun entsprechend umsetze.

Seit 8 Jahren im Depot: McDonalds-Aktien

Wie damals in meinem Artikel zum Verkauf meiner Altria-Aktien beschrieben, möchte ich mich heute um meine McDonalds Aktien kümmern, denn bei meinem Dividenden-Alarm generiert die MCD Aktie auf dem aktuellen Niveau ein Verkaufssignal – sie ist also scheinbar teuer.

Ich habe schon seit 2012 McDonalds Aktien im Depot und nun ist endlich mal der Moment gekommen, dass die Aktie ein Verkaufssignal generiert.
 
Die Frage die man sich zuerst stellen sollte ist: Möchte ich meine McD-Aktien überhaupt verkaufen und wenn ja, dann zu welchem Preis. Grundsätzlich muss jeder für sich überlegen, ob er teure Aktien im Depot behalten möchte und stures Buy-and-Hold machen will. Dagegen spricht überhaupt nichts, solang man sich beim Einstieg eben auf Kaufsignale konzentriert. 

Da ich meine Dividenden-Alarm Strategie sehr praxisnah anwende, halte ich es zumindest so, dass ich jedes Verkaufssignal in meinem Depot genauer unter die Lupe nehme und mir zuerst ein Bild mache. Wenn ich zur Erkenntnis komme, dass vieles dafür spricht, dass das Potential eingeschränkt ist, dann trenne ich mich durchaus auch mal von meinen teuren Aktien. 

Das hat in dem Moment überhaupt nichts damit zu tun, dass ich nicht mehr hinter dem Unternehmen stehe. Gerade bei McDonalds handelt es sich um ein langfristig sehr erfolgreiches Unternehmen. Aber nun ist es leider auch mal so, dass manchmal viel Geld für Aktien bezahlt werden und man durchaus überlegen muss, diese Überbewertung zu versilbern. Sollte McDonalds irgendwann wieder ein Kaufsignal generieren, dann wäre ich sofort bereit mir auch wieder neue Shares ins Depot zu legen.
 
Aber gehen wir das alles mal der Reihe nach durch.

So entsteht mein Handelssignal

Das Verkaufssignal in meinem System hat noch eine geringe Signalstärke, daher besteht im Moment keine Eile aktiv zu handeln. Herschenken möchte ich meine Shares aber auch nicht. Aber, teuren Aktien fehlt am Ende das Potential weiter zu steigen. Wirklich gute Aktien schaffen vielleicht eine längere Seitwärtsphase und können sich lange oben halten, bevor ihnen die Luft ausgeht. McD gehörte in der Vergangenheit nicht zu solchen Aktien. VISA schon eher. Dazu gibt es oft interessante alternative Investments zum rebalancen, mit Kaufsignal und deutlich höherer Ausschüttung, im Vergleich zum aktuellen Investment.

Betrachtet man das historische KGV, dann steht McD aktuell bei ca. 26. In der Spitze ging es in den letzten Jahren auch mal knapp über die 30er Marke. Nach unten sieht es viel interessanter aus. Wirklich günstig bewertet wird McD erst bei Werten unter 17.

Ein Blick auf das EV/EBIT sagt auch viel aus.
„Je niedriger der Wert, desto eher handelt es sich um ein unterbewertetes Unternehmen. Außerdem zeigt die Zahl an, wie lange es dauern würde, bis ein Anleger das Geld, das er in das Unternehmen investiert hat, zurückerhält.“

Quelle: https://wertpapierdepot.net/boersenlexikon/evebit/

Bei McD stehen wir aktuell bei 22 (Jahren) und damit dem höchsten Wert seit 2005. Im Tief ging der Wert runter bis auf knapp 11. Beim KUV sieht es ähnlich aus. Auch hier wird die Aktie teuer bewertet.

Geschäftsentwicklung des Konzerns

Was fällt noch auf? McD hat seit Jahren mit fehlendem Umsatzwachstum zu kämpfen. Dies kann allerdings damit zu tun haben, dass sich das Unternehmen weg von einem Restaurantbetreiber, hin zu einem Lizenzgeber entwickelt hat. Was durchaus zu begrüßen ist. Von einem Restaurantanteil im Franchise Betrieb von ca. 60% im Jahr 2010 hat man sich nun gewandelt und hat bereits 90% der Häuser in fremde Hände gegeben. Als Ziel soll ein Wert von 97% erreicht werden.

Gerade in den letzten Jahren hat McD es geschafft, die Nettogewinnmarge von 20% auf fast 30% anzuheben, was schon ordentlich ist. Auch der Gewinn konnte die ganzen Jahre trotz Umsatzschwund konstant zulegen. Die operative Marge liegt mittlerweile sogar bei 43%!

Rendite in der Geldanlage
Geldanlage

McDonalds wird heute anders bewertet, als noch vor 10 Jahren. Was eben daran liegt, dass es mehr ein Lizenzgeschäft und weniger ein Restaurantgeschäft ist. Das Risiko der Restaurants inkl. der Widrigkeiten und Kosten wurde an die Franchisenehmer ausgelagert. Florieren tut das Geschäft mit Franchisegebühren und der Vermietung der Immobilien. Diesem Umstand ist die sehr hohe Finanzverschuldung geschuldet. Aber so sehen anderen Immobilienunternehmen wie REITs auch aus. Daher muss hier das Immobilienvermögen gegenübergestellt werden, was den Wert auch wieder relativiert. Somit hat McDonalds ein höheres Immobilienvermögen, als aktuelle Schulden.

Die Qualität bei der McD-Aktie hat sich also mit Blick auf die letzten 10 Jahre deutlich verbessert. Der Aktie wird daher auch eine höhere Bewertung zugesprochen, als es früher noch der Fall war. Das Risiko ist deutlich geringer und die Berechenbarkeit des Geschäfts (Miete + Lizenzen) einfacher. Dazu gibt es immer noch ein jährliches hohes Dividendenwachstum (7%) bei einer absolut moderaten Payout-Ratio von gut 60%. Diese sinkt seit 5 Jahren kontinuierlich weiter ab, was Luft für höhere Ausschüttungen gibt.

Signalwert im Dividenden-Alarm

Ich habe nun die historischen Signalwerte im Dividenden-Alarm neu justiert und im Grunde haben die Signale weiterhin Bestand und wurden nur minimal angepasst.

McD unterstreicht die hohe Bewertung und zeigt sich von einer absolut qualitativen Seite. So eine Aktie schenkt man nicht einfach so her. Ich habe daher versucht mir ein Szenario zu errechnen, um einen Preis zu ermitteln, zu dem ich durchaus bereit wäre, meine McD-Shares zu verkaufen. Wenn ich also diesen ermittelten Preisaufschlag erhalten würde, dann, ja dann, würde ich meine McD Shares verkaufen. Wenn nicht, dann bleiben die Aktien weiter in meinem Depot.

Zur Berechnung meines Zielwertes möchte ich gern nochmals auf meinen eingangs verlinkten Artikel zu Altria verweisen. Zuerst schaue ich, wie die McD-Aktie zuletzt gehandelt wurde. Im September 2019 wurde bei der Dividendenrendite der niedrigste Wert von 2,10% erzielt. Aktuell stehen wir bei 2,33%. Dazu rechne ich mit einer Dividendenerhöhung von 7% die Anfang Dezember verkündet wird. Nun unterstelle ich, dass der Markt erneut bereit ist, die Aktie auf einem ähnlichen Niveau zu handeln, wie zuletzt im Herbst 2019. Des Weiteren möchte ich gern die neue Dividende im Kurs eingepreist sehen. So komme ich auf folgende Rechnungen:

Aktienkurse mit aktueller Dividende von 1,25 USD im Quartal …
… bei einer Dividendenrendite von 2,33%: 214,91 USD (aktueller Kurs)
… bei einer Dividendenrendite von 2,10%: 238,09 USD

Aktienkurse inklusive nächster Dividendenerhöhung auf 1,34 USD im Quartal …
… bei einer Dividendenrendite von 2,33%: 230,04 USD
… bei einer Dividendenrendite von 2,10%: 255,24 USD

Immer mehr Kassen und Versicherungen stehen rechnerisch schlecht da
Noch geht die Rechnung auf, aber immer mehr Kassen bekommen Probleme (Bildquelle: Pixbay)

Konkretes Szenario bei McDonalds

Mein Mindestkurs liegt somit zwischen 238,09 USD (bisherige Dividende) und 255,24 USD (neue Dividende). Umgerechnet in Euro liegt meine Range also zwischen 200 Euro und 214 Euro und somit mindestens 20 Euro über dem aktuellen Kursniveau. Ich habe mir daher einen Kursalarm angelegt und warte darauf, bei 200 Euro informiert zu werden.

WENN die 200 Euro erreicht werden, verkaufe ich nicht automatisch, aber ich werde mir dann sicherlich einen Stop ins System legen um von weiter steigenden Kursen zu partizipieren. Gültig ist dieses Szenario bis zur Verkündung der neuen Dividende Anfang Dezember. Spätestens dann, wenn der Markt sich auf die neue Dividende konzentriert, sollte man eine neue Berechnung anstellen, wenn die Aktie weiterhin in Reichweite liegt. 

Erreicht die Aktie nicht die 200 Euro Marke, dann passiert auch nichts weiter. Setzen wir später einen Stop und die Aktie löst diesen nicht aus, weil sie weiter steigt und nicht stärker korrigiert, bleibt der Stop bestehen und wird regelmäßig neu berechnet … bis die Aktie irgendwann den Stop auslöst.

Anbei das Chartbild:

Chart der McDonals-Aktie langfristig
Chart der McDonals-Aktie langfristig

Mein Aktienbestand

Meine Aktien habe ich mit Kaufsignal am 02.07.2012 sowie eine weitere Tranche am 26.02.2013 gekauft. Mein Durchschnittspreis liegt daher bei 71,98 Euro.

McDonalds-Order im Trading
McDonalds-Order im Trading
Zweite Order in der McDonalds-Aktie
Zweite Order in der McDonalds-Aktie

Mein Mindestverkaufspreis würde 200 Euro (+ X Euro) betragen. In den Jahren seit Kauf habe ich zudem noch Dividenden im Wert von 26,90 Euro je Aktie erhalten. Solang die Aktien nicht verkauft sind, erhalte ich weiterhin die aktuelle Dividende. In Summe würde ich bei kurzfristigem Erreichen meines Kursziels knapp 227 Euro je Aktie erzielen. Die Rendite dürft ihr euch gern selbst ausrechnen.

Alternative Investments mit Kaufsignal

Wer gern rebalancen möchte, der kann sich aktuell mit Restaurant Brands (Kanada) und Sodexo (Frankreich) beschäftigen. Beide erzielen aktuell ein Kaufsignal und man könnte aufgrund höherer Dividendenrenditen von 3,61% und 4,39% seine Erträge stärker steigern. Ich bevorzuge im Moment den Verkauf zugunsten meiner Cash-Position.

Deine Meinung ist gefragt:

  • Was hältst du von meinem Gedanken zur McD-Aktie?
  • Hast du sie selbst im Depot?
  • Wie würdest an meiner Stelle vorgehen?

Liebe Grüße sendet Alex
Finanzblogger bei Reich-mit-Plan.de

Alex Fischer
Über Alex Fischer 7 Artikel
Alex Fischer ist seit 2009 einer der ersten und heute noch aktiven Finanzblogger in Deutschland. Er ist seit 2014 finanziell frei und hat sich mit seinem Finanzblog Reich-mit-Plan.de der Dividendenstrategie verschrieben. Seine selbstentwickelte Dividenden-Alarm Strategie hilft bei zwei wichtigen Entscheidungen, auf die es an der Börse ankommt. Mit dem Dividenden-Alarm Indikator erfährt man, wann der Markt ein günstiges Einstiegsniveau erreicht hat und mit den Dividenden-Alarm Signalen weiß man dann, welche Aktien tatsächlich unterbewertet sind und für einen Einstieg interessant sind.

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