SpaceX hat kurz nach seinem Börsengang eine der größten Startup-Übernahmen der Geschichte angekündigt. Für 60 Milliarden Dollar kauft das Raumfahrtunternehmen den KI-Anbieter Cursor — und gleichzeitig kursieren Gerüchte über eine Fusion mit Tesla, die einen Konzern im Billionen-Maßstab schaffen würde.

60 Milliarden für den KI-Spezialisten Cursor

Am 16. Juni 2026 reichte SpaceX beim SEC eine 8-K-Meldung ein. Darin bestätigte das Unternehmen die vollständig in Aktien abgewickelte Übernahme von Cursor, dem Entwicklerstudio hinter dem gleichnamigen KI-Coding-Tool.

Der Kaufpreis von 60 Milliarden Dollar liegt weit über Cursors zuletzt geschätztem Wert von 29 Milliarden Dollar. Cursor erzielt annualisierte Einnahmen von mehr als 4 Milliarden Dollar. Rund 2,6 Milliarden davon stammen von Unternehmenskunden wie Nvidia, Stripe und Adobe.

SpaceX plant, Cursors Technologie für weltraumgestützte KI-Rechenzentren zu nutzen. Das Management spricht von sogenannten „Gigasat“-Fabriken als Infrastruktur dafür. Cursor soll als eigenständige Tochtergesellschaft weitergeführt werden. Roelof Botha von Sequoia Capital zieht in den Verwaltungsrat ein. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Musk konvertiert Aktien — Tesla-Fusion als nächster Schritt?

Eine Form-4-Einreichung vom 18. Juni zeigt: Elon Musk hat rund 3,32 Milliarden Anteile in Class-A-Aktien umgewandelt. Verkauft hat er dabei lediglich 11.390 Aktien zu je 105,32 Dollar. Direkt hält Musk weiterhin über 526 Millionen Aktien und kontrolliert 82,4 Prozent der Stimmrechte.

Parallel dazu wächst die Spekulation über eine mögliche Megafusion mit Tesla. Die Investmentbank Wedbush beziffert die Wahrscheinlichkeit einer solchen Kombination auf 80 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate. Ein fusionierter Konzern könnte einen Marktwert von rund 4 Billionen Dollar erreichen. Das SpaceX-Management verweist auf bestehende Synergien in Fertigung und Software.

Kursrücksetzer nach starkem Debüt

Nach dem Börsengang am 12. Juni zu 135 Dollar je Aktie stieg der Kurs zunächst kräftig. Am 17. Juni folgte der erste Rückgang: Minus fünf Prozent auf rund 191,82 Dollar. Auslöser war ein breiter Marktabverkauf, nachdem die US-Notenbank eine mögliche Zinserhöhung signalisierte.

Die Marktkapitalisierung liegt trotzdem bei rund 2,5 Billionen Dollar. ARK Invest kaufte in den ersten Handelstagen 3,29 Millionen Aktien für etwa 444 Millionen Dollar. Im Juli 2026 soll SpaceX in den Nasdaq 100 aufgenommen werden — ermöglicht durch angepasste Börsenregeln für große Neulistings.

Analysten werten den Rücksetzer als technische Korrektur. Der freie Streubesitz liegt bei nur vier bis fünf Prozent, was die Kursschwankungen verstärkt. Der Start des Optionshandels hat die Liquidität inzwischen deutlich erhöht. Das nächste konkrete Kursdatum ist der Abschluss der Cursor-Übernahme im dritten Quartal — dann wird sich zeigen, ob die ambitionierten Umsatzziele von elf Billionen Dollar bis 2030 mehr sind als eine Projektion.