Nach einem neuen 52-Wochen-Tief zeigt die SpaceX-Aktie erste Stabilisierungszeichen. Am Donnerstag steigt der Kurs um 1,55 Prozent auf 99,72 Euro. Zwei Nachrichten treiben den Kurs: ein erfolgreicher Sicherheitsstart und ein neuer Milliardenauftrag der US Space Force. Im Hintergrund lauert aber schon der nächste Belastungstest — eine gewaltige Freigabe gesperrter Aktien Anfang August.
Erfolgreicher Start für den US-Geheimdienst
In der Nacht auf Donnerstag brachte SpaceX die Mission NROL-95 für den National Reconnaissance Office ins All. Eine Falcon 9 startete um 3:09 Uhr Ortszeit vom Cape Canaveral. Die Boosterstufe B1096 absolvierte dabei ihren siebten Einsatz und landete rund acht Minuten später sicher auf der Landezone 2.
Die Nutzlast bleibt geheim. Der Start ist bereits die dritte Mission, die SpaceX im Rahmen des NSSL-Phase-2-Vertrags für die nationale Sicherheit durchführt. Er unterstreicht die Zuverlässigkeit des Unternehmens bei hochsensiblen Regierungsaufträgen. Erst vor wenigen Tagen, am 24. Juli, hatte SpaceX zudem den 13. Testflug seines Starship-V3-Fahrzeugs abgeschlossen — die Oberstufe liefert weiterhin Telemetriedaten, während sie im Indischen Ozean treibt.
1,6 Milliarden Dollar für das „Golden Dome“-Programm
Noch bedeutender für die Anleger dürfte der finanzielle Katalysator vom Vortag sein. Am 29. Juli vergab die US Space Force zwei Aufträge an SpaceX mit einem Gesamtwert von 1,6 Milliarden Dollar. Die Vereinbarung umfasst 18 Falcon-9-Starts von der Vandenberg Space Force Base bis Ende 2027.
Die Starts gehören zum Portfolio „Space-Based Sensing and Targeting“. Das Programm ist ein zentraler Baustein der 185 Milliarden Dollar schweren Raketenabwehr-Initiative „Golden Dome“. Damit hat SpaceX allein in diesem Jahr Pentagon-Aufträge im Wert von mindestens 7 Milliarden Dollar gesichert — darunter 4,16 Milliarden Dollar für Sensor-Satelliten und 2,29 Milliarden Dollar für Kommunikationsinfrastruktur.
Diese konstanten Verteidigungseinnahmen bilden ein fundamentales Gegengewicht zur zuletzt hohen Kursvolatilität. Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch fast 49 Prozent unter ihrem Juni-Hoch von 194,46 Euro. Der RSI von 35 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain — ein Hinweis darauf, dass der Abwärtsdruck der letzten Wochen nachlassen könnte.
Zwei Termine entscheiden über die nächste Kursrichtung
Die Marktaufmerksamkeit richtet sich jetzt auf zwei Ereignisse Anfang August:
- 4. August 2026: SpaceX veröffentlicht seinen Quartalsbericht — der erste detaillierte Einblick in die finanzielle Verfassung des kombinierten Starlink- und Startgeschäfts.
- 6. August 2026: Eine Lock-up-Frist läuft aus. Rund 911,5 Millionen Aktien werden dann handelbar und könnten zusätzliches Angebot auf den Markt bringen.
Der Milliardenauftrag und der geglückte NROL-95-Start zeigen die anhaltende Stärke von SpaceX im Raumfahrtsektor. Ob diese operative Substanz reicht, um den Verkaufsdruck durch die Aktienfreigabe abzufedern, entscheidet sich in der ersten Augustwoche.
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