SpaceX steht heute vor einem doppelten Härtetest. Am Nachmittag Ostküstenzeit hebt Starship zum 13. integrierten Flugversuch ab. Erstmals soll die Rakete Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation ins All bringen.
Der Zeitpunkt könnte kaum spannungsgeladener sein. Die SpaceX-Aktie notiert bei 117,78 Euro und damit nur 1,80 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 115,70 Euro, das erst gestern markiert wurde. Binnen 30 Tagen hat das Papier über 32 Prozent verloren.
Zweiter Test für die V3-Rakete
Der heutige Start ist der zweite Flug der neuen Starship-Version V3. Diese Ausführung debütierte im Mai und bringt einen höheren Treibstofftank, überarbeitete Avionik und Hardware für künftige Treibstoffübergaben im All mit.
Die Oberstufe trägt diesmal 20 verbesserte Starlink-V3-Satelliten. Sie sollen im All Solarpanels und Antennen ausfahren und über Hochleistungs-Laser Verbindung zu einer Bodenstation in Südafrika sowie zum bestehenden Starlink-Netz aufbauen. Nach erfolgreicher Demonstration verglühen die Satelliten planmäßig in der Atmosphäre — der Test dient reinen Erprobungszwecken, nicht dem dauerhaften Netzausbau.
SpaceX-Ingenieure haben zudem an zwei kritischen Schwachstellen früherer Flüge gearbeitet. Der Booster soll beim Rückbrennmanöver zuverlässiger neu zünden, die Stufentrennung soll stabiler ablaufen. Beim Hitzeschild testet das Team weiße Kacheln, die absichtlich fehlende Segmente simulieren — sie dienen als Referenzpunkte für die Echtzeit-Bildauswertung während des Wiedereintritts.
Parallel-Mission und Rekordkadenz
Während Starship abhebt, startet zeitgleich eine Falcon 9 vom Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. An Bord: 21 Kommunikationssatelliten für die Transport-Layer-Mission der Space Development Agency, ein Auftrag des US-Militärs für sichere Verbindungen.
Erst diese Woche, am 13. und 14. Juli, erreichte SpaceX einen weiteren Meilenstein. Ein wiederverwendeter Booster kam zum 600. Mal zum Einsatz — zwei Falcon-9-Starts mit Starlink-Fracht folgten sich dabei innerhalb von weniger als acht Stunden.
Analysten halten trotz Kursverfalls an „Buy“ fest
Die Deutsche Bank bestätigte am 14. Juli ihr „Buy“-Rating für die Aktie, das Kursziel blieb unverändert. Das Institut hält damit trotz des deutlichen Kursrückgangs an seiner positiven Einschätzung fest.
Der RSI von 39,2 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 93,63 Prozent zeigt gleichzeitig, wie nervös der Markt das Papier aktuell handelt. Zum Vergleich: Noch am 16. Juni erreichte die Aktie mit 194,46 Euro ihr 52-Wochen-Hoch — ein Abstand von derzeit fast 40 Prozent.
Der heutige Starship-Test dürfte für die Marktstimmung eine Signalwirkung entfalten. Gelingt die Satellitenaussetzung und die Landung des Boosters störungsfrei, könnte das die angeschlagene Stimmung rund um die Aktie stabilisieren. Ein weiterer Rückschlag bei Triebwerkszündung oder Stufentrennung würde dagegen die Zweifel an den ambitionierten Zeitplänen für Artemis-Mondmissionen und Starlink-Ausbau weiter nähren.
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