SpaceX sammelt gerade einen Milliardenauftrag nach dem anderen ein. Die Aktie interessiert das kaum. Während das Unternehmen im Verteidigungsgeschäft expandiert, rauscht der Kurs auf ein neues Jahrestief.
Die US Space Force hat SpaceX Ende Mai einen Auftrag über 4,16 Milliarden Dollar erteilt. Das Geld fließt in den Ausbau eines Satellitennetzwerks zur Luftraumüberwachung. Das System soll Flugzeuge, Marschflugkörper und Drohnen aus dem All aufspüren.
Ein „System der Systeme“ für die Luftraumüberwachung
Der Auftrag ist Teil des sogenannten Golden-Dome-Programms, einer größeren Initiative zur Raketenabwehr der USA. Im Zentrum steht das Space-Based Advanced Moving Target Indicator System, kurz SB-AMTI. Es verknüpft Sensoren im Orbit, verschlüsselte Kommunikationskanäle und Bodenstationen zu einem durchgehenden Überwachungsnetz.
Die erste einsatzfähige Konstellation soll bis 2028 stehen. Der Auftrag unterstreicht, wie tief SpaceX inzwischen in der amerikanischen Sicherheitsinfrastruktur verankert ist.
Diese Woche kam Bewegung in die operative Umsetzung. Am Donnerstag brachte SpaceX 21 Kommunikationssatelliten für die Space Development Agency ins All. Die Mission gehört zur sogenannten Tranche-1-Transportschicht der Behörde, die Zieldaten und Sensorinformationen zwischen Militäreinheiten in der Erdumlaufbahn weiterleitet und so Verzögerungen bei der Bodenübertragung reduziert. Die Datenrelais-Konstellation der SDA ist damit etwa zur Hälfte fertiggestellt.
Bereits am Dienstag hatte die Starlink-Sparte ein neues Endgerät vorgestellt. Das Modell V5 wiegt nur 1,1 Kilogramm und verbraucht 35 bis 50 Watt. Damit eignet sich das Gerät auch für Anwendungen abseits des Stromnetzes.
Der Kurs bricht trotz guter Nachrichten ein
Die Auftragslage und die technischen Fortschritte hätten Rückenwind liefern können. Stattdessen verlor die Aktie am Freitag 5,39 Prozent und schloss bei 108,40 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 14,78 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es sogar 34,80 Prozent.
Der Kurs notiert damit nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, erreicht erst am Vortag. Vom Rekordhoch aus dem Juni bei 194,46 Euro trennen die Aktie inzwischen 44,26 Prozent. Ein RSI von 34,6 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, die annualisierte Volatilität von gut 93 Prozent zeigt, wie nervös der Handel derzeit verläuft.
Konkrete Auslöser für den Ausverkauf blieben unklar. Die operativen Nachrichten der Woche – Militäraufträge, erfolgreicher Start, neues Starlink-Produkt – passen jedenfalls nicht zum Kursverlauf. Diese Diskrepanz zwischen Geschäftsentwicklung und Aktienkurs dürfte Anleger in den kommenden Handelstagen genau beobachten lassen, ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder eine Gegenbewegung einsetzt.
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