SpaceX lüftet den Schleier. Mit dem offiziellen Börsenprospekt gewährt das Raumfahrtunternehmen erstmals tiefe Einblicke in seine Bücher. Die Zahlen offenbaren einen rasanten Wachstumskurs, der von massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz überschattet wird.

Das Unternehmen strebt unter dem Kürzel SPCX an die Nasdaq. Ein Bankenkonsortium unter Führung von Goldman Sachs begleitet den Börsengang im kommenden Monat. Das Zielvolumen liegt bei bis zu 80 Milliarden US-Dollar. Damit peilt SpaceX eine Gesamtbewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar an.

Starlink treibt den Umsatz

Das Satelliten-Internet Starlink bleibt der wichtigste Ertragsbringer. Im ersten Quartal des laufenden Jahres steuerte die Sparte 3,26 Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz bei. Das entspricht knapp 70 Prozent der gesamten Erlöse.

Die Nutzerbasis wuchs bis März auf 10,3 Millionen Abonnenten. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde sinkt allerdings. Er fiel auf 66 US-Dollar pro Monat.

Milliardenverluste durch KI-Offensive

Trotz des starken operativen Geschäfts rutscht SpaceX tief in die roten Zahlen. Im vergangenen Jahr stand ein Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Diese Abwärtsspirale beschleunigte sich zuletzt drastisch. Allein im ersten Quartal verbuchte der Konzern ein Minus von 4,28 Milliarden US-Dollar.

Hauptgrund für die Verluste ist das neu integrierte KI-Segment rund um xAI und die Plattform X. Die Sparte verursachte zum Jahresauftakt einen operativen Verlust von knapp 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Investitionsausgaben für Künstliche Intelligenz verschlangen im selben Zeitraum gewaltige 7,7 Milliarden US-Dollar.

Musk behält die Kontrolle

An der Machtverteilung ändert der Börsengang wenig. SpaceX etabliert eine Zwei-Klassen-Aktienstruktur. Elon Musk sichert sich dadurch 85,1 Prozent der Stimmrechte. Ein im Mai durchgeführter Aktiensplit im Verhältnis eins zu fünf passte den fairen Marktwert der Papiere im Vorfeld an.

Dividenden sind vorerst ausgeschlossen. Das Management priorisiert kapitalintensive Langzeitprojekte. Ab 2028 plant das Unternehmen den Aufbau von KI-Rechenzentren in der Erdumlaufbahn. Parallel dazu treibt SpaceX die Entwicklung der Starship-Rakete weiter voran.