Vier Triebwerke zünden nicht. Eine automatische Abbruchsequenz stoppt den Countdown. Für SpaceX hat der gescheiterte Startversuch von Starship am Donnerstag teure Folgen an der Börse.
Der dreizehnte Testflug der Starship-Rakete sollte am 16. Juli starten. Kurz vor dem Abheben schaltete ein automatisches Kommando die Triebwerke ab. Vier der 33 Triebwerke des Super-Heavy-Boosters zündeten laut Live-Bildern von SpaceX nicht.
Das Unternehmen reagierte schnell. Die Oberstufe von Starship wurde ausgebaut, zwei Raptor-Triebwerke werden ausgetauscht. SpaceX-Chef Elon Musk bestätigte den Schritt persönlich. Ein neuer Startversuch ist frühestens für Montag, den 20. Juli, geplant.
Kurs fällt unter IPO-Niveau
Die Börse reagierte deutlich auf den Rückschlag. Die SpaceX-Aktie schloss am Freitag bei 108,40 Euro, ein Minus von 5,39 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 14,78 Prozent zu Buche.
Damit notiert das Papier bereits den sechsten Tag in Folge unter dem Ausgabepreis. Am Donnerstag markierte die Aktie mit 107,34 Euro sogar ein neues 52-Wochen-Tief. Zum Vergleich: Das Jahreshoch von 194,46 Euro erreichte der Titel erst am 16. Juni – gerade einmal einen Monat zuvor.
Der Absturz vom Hoch auf das aktuelle Niveau beträgt über 44 Prozent. Ein Kurssturz dieser Größenordnung binnen weniger Wochen zeigt, wie nervös der Markt auf technische Rückschläge im Starship-Programm reagiert.
Warum der Testflug so wichtig ist
Der geplante Flug sollte 20 Starlink-Satelliten ins All bringen. Ziel war die Demonstration des Deployment-Systems und der Laser-Kommunikationsverbindungen zwischen den Satelliten. Die Satelliten selbst waren für eine suborbitale Bahn vorgesehen und sollten anschließend in der Atmosphäre verglühen – ein reiner Testlauf also, ohne operativen Nutzen für das Starlink-Netzwerk.
Genau darin liegt die strategische Bedeutung des Programms. SpaceX setzt auf eine Abfolge aufeinanderfolgender Testflüge, um die Zuverlässigkeit von Starship schrittweise zu erhöhen. Die Rakete gilt als Schlüsselelement für den Ausbau von Starlink und langfristig für geplante Mond- und Mars-Missionen.
Für dieses Jahr plant SpaceX zusätzlich den ersten Starship-Start von einer neuen Startrampe in Florida. Das Unternehmen will damit seine Startkapazitäten über den bisherigen Standort in Texas hinaus erweitern.
Der nächste Testversuch am Montag wird zeigen, ob die ausgetauschten Triebwerke das Problem lösen. Ein weiterer Fehlschlag dürfte den Kurs zusätzlich unter Druck setzen, nachdem die Aktie bereits nahe ihrem Jahrestief notiert.
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