Der größte Börsengang der Geschichte ist perfekt. SpaceX sammelte 75 Milliarden US-Dollar ein und beendete den ersten Handelstag mit einem massiven Kurssprung. Investoren blicken dabei längst über klassische Raketenstarts hinaus. Der Fokus liegt auf künstlicher Intelligenz im Erdorbit.
Die Papiere starteten bei 135 US-Dollar. Zum Handelsschluss stand ein sattes Plus auf der Anzeigetafel. Die Aktie schloss bei knapp 161 US-Dollar. Damit erreicht der Raumfahrtkonzern aus dem Stand eine Marktkapitalisierung von rund 2,1 Billionen US-Dollar. Er gehört nun zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.
Rechenzentren im Weltall
Die Fantasie der Anleger treibt ein neues Projekt an. SpaceX plant orbitale Rechenzentren unter dem Namen „AI1“. Diese riesigen Satelliten verfügen über eine Flügelspannweite von 70 Metern. Ein Flüssigkühlsystem bändigt die enorme Leistung. Das Ziel: ein Gigawatt an weltraumgestützter Rechenkapazität.
Dafür baut das Unternehmen aktuell eine gigantische Produktionsstätte in Texas. Die Software-Basis liefert das kürzlich übernommene Startup xAI. Verträge mit großen Tech-Konzernen könnten künftig jährliche Umsätze von über 26 Milliarden US-Dollar einbringen.
Analysten sind uneins
Die Experten bewerten die Aussichten völlig unterschiedlich. Wolfe Research rät zum Kauf und ruft ein Kursziel von 175 US-Dollar aus. Die Analysten loben das Starlink-Netzwerk und die neuen KI-Pläne. Starlink liefert aktuell fast 70 Prozent der gesamten Einnahmen.
Andere Beobachter warnen vor dem extremen Kapitalbedarf. CFRA vergibt ein Verkaufssignal mit einem Ziel von 115 US-Dollar. Die Begründung liegt in den tiefroten Zahlen. Im vergangenen Jahr verbuchte der Konzern einen massiven Nettoverlust. Seit der Gründung verbrannte das Unternehmen bereits über 41 Milliarden US-Dollar.
Der Weg in die Gewinnzone
Das Interesse am Börsengang war gewaltig. Institutionelle Investoren überzeichneten die Aktien vierfach. Privatanleger sicherten sich knapp ein Drittel der Papiere. Die frischen 75 Milliarden US-Dollar fließen nun direkt in die Entwicklung der Starship-Raketen und der neuen Daten-Satelliten.
Das klassische Satelliten-Internet brachte 2025 rund 11 Milliarden US-Dollar ein. Es bleibt vorerst der wichtigste Umsatzbringer. Der Markt preist jedoch längst das margenstarke Geschäft mit „Space-as-a-Service“ ein. Gelingt der Aufbau dieser orbitalen KI-Infrastruktur, rückt das erklärte Ziel des Managements in greifbare Nähe. SpaceX will in den kommenden Jahren einen positiven freien Cashflow erreichen.
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