SpaceX hat den US-Kapitalmarkt in der ersten Jahreshälfte 2026 neu vermessen. Das Börsenerstdebüt von Elon Musks Raumfahrtkonzern war nicht nur groß — es war das größte in der Geschichte der Finanzmärkte.

86 Milliarden Dollar in einem einzigen Deal

Am 12. Juni startete SpaceX zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie. Die Bewertung überstieg sofort die Marke von zwei Billionen Dollar. Das Listing brachte 86,2 Milliarden Dollar ein — und katapultierte die gesamten US-Emissionsvolumina auf ein Rekordniveau.

Bis Ende Juni summierten sich alle US-Börsengänge und Kapitalerhöhungen auf 251 Milliarden Dollar. Blank-Check-Gesellschaften sind dabei nicht mitgezählt. Der bisherige Rekord stammte aus dem Boom-Jahr 2021. Goldman Sachs betonte, dass die Marktaktivität auch ohne SpaceX deutlich zugelegt hat — das Ausmaß des Deals verschiebt aber die Erwartungen für das zweite Halbjahr.

Am 30. Juni handelte die Aktie auf Tradegate bei 143,00 Euro, umgerechnet rund 153 US-Dollar. Das entspricht einem moderaten Aufschlag gegenüber dem Ausgabepreis.

Operativ auf Hochtouren

Parallel zum Börsengeschehen läuft das Kerngeschäft auf Rekordkurs. Am 28. Juni startete eine Falcon 9 den SiriusXM-Satelliten SXM-11 in einen geostationären Transferorbit. Es war der 76. Falcon-9-Start im laufenden Jahr — Booster B1085 absolvierte dabei seinen 17. erfolgreichen Flug und landete erneut sicher.

Rund 80 Prozent aller SpaceX-Starts 2026 dienen dem Ausbau des Starlink-Netzwerks. Das Satelliten-Internetgeschäft erzielte 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar — 61 Prozent der Gesamterlöse, mit einem Wachstum von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Führungskräfte, Indexaufnahme, nächste Katalysatoren

Mit dem Börsengang rückt die Frage der Führungsstabilität in den Vordergrund. Neue Vergütungsvereinbarungen knüpfen die Entlohnung von CFO Bret Johnsen an konkrete EBITDA-Ziele. Johnsens Anteil am Unternehmen ist inzwischen rund 1,4 Milliarden Dollar wert.

Marktbeobachter erwarten außerdem, dass SpaceX bald in große Indizes wie den Nasdaq-100 und den MSCI World aufgenommen wird. Das könnte passive Zuflüsse von drei bis fünf Milliarden Dollar auslösen — automatische Käufe durch ETFs und institutionelle Indexfonds. Im August könnten Mitarbeiter erstmals größere Aktienpakete verkaufen. Das würde den Streubesitz erhöhen und die Liquidität im Handel deutlich verbessern.