Zwei geglückte Raketenstarts binnen 24 Stunden, eine Rekord-Beteiligung von Alphabet – und trotzdem gibt die SpaceX-Aktie weiter nach. Am Freitag schloss das Papier bei 101,18 Euro, ein Minus von 2,60 Prozent. Operative Erfolge und Börsenrealität laufen bei SpaceX gerade auseinander.
Starship Flug 13: Satelliten im Orbit, Booster mit harter Landung
Am Freitag, den 24. Juli 2026, startete SpaceX vom texanischen Starbase-Gelände zum dreizehnten Testflug seines Starship-Systems. Die Mission erreichte ihr Hauptziel. Sie brachte die ersten 20 operativen Starlink-V3-Satelliten in den Orbit.
Die Oberstufe mit dem Namen Ship 40 absolvierte ihr suborbitales Flugprofil planmäßig. Ein Raptor-Triebwerk zündete im All erneut. Anschließend durchquerte die Stufe kontrolliert die Atmosphäre und landete sanft im Indischen Ozean.
Der Booster 20 hatte weniger Glück. Beim Landemanöver zündeten nur einige der nötigen Triebwerke. Die Folge: eine harte Wasserung im Golf von Mexiko.
Alphabet zeigt seine Karten: eine 94-Milliarden-Dollar-Position
Kurz nach dem Flug veröffentlichte Alphabet neue Details aus seinem Quartalsbericht. Der Tech-Konzern hält demnach eine SpaceX-Beteiligung im Wert von 94,1 Milliarden Dollar, Stand 30. Juni 2026. Das entspricht rund 5 Prozent aller SpaceX-Anteile.
Zur Erinnerung: SpaceX ging am 12. Juni 2026 an die Börse. Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar je Aktie. Die Bewertung erreichte 1,77 Billionen Dollar – der größte Börsengang der Geschichte. Am ersten Handelstag kletterte die Marktkapitalisierung auf rund 2,1 Billionen Dollar.
Von Alphabets Anteil unterliegen etwa 80 Milliarden Dollar den üblichen kurzfristigen Verkaufssperren nach einem Börsengang. Weitere 14,1 Milliarden Dollar bleiben bis ins dritte Quartal 2027 gesperrt. Der Wertzuwachs der SpaceX-Position trieb Alphabets Investmentgewinne im Quartal auf fast 100 Milliarden Dollar.
Falcon 9 liefert, Flug 14 soll Geschichte schreiben
Parallel zum Starship-Test hielt SpaceX sein gewohntes Starttempo. Am Samstag, den 25. Juli 2026, startete eine Falcon 9 vom Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. An Bord waren 24 weitere Starlink-Satelliten, Mission 17-51. Die erste Stufe, Booster B1100, landete erfolgreich auf dem Drohnenschiff „Of Course I Still Love You“ im Pazifik.
Für den nächsten Testflug hat SpaceX-Chef Elon Musk Ehrgeizigeres angekündigt. Beim vierzehnten Flug soll erstmals die Oberstufe des Starship per Startturm gefangen werden. Die sogenannten „Mechazilla“-Arme am Starbase-Gelände sollen das 50 Meter hohe Schiff auffangen. Das gilt als zentraler Schritt zur vollständigen Wiederverwendbarkeit des Systems.
Charttechnik zeigt überverkaufte Aktie
Der Kursrutsch der vergangenen Wochen wiegt schwer. Auf Monatssicht steht ein Minus von 25,71 Prozent zu Buche. Der 14-Tage-RSI von 33,9 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin – ein Signal, das häufig eine Gegenbewegung ankündigt.
Die nächste Bewährungsprobe folgt bei Flug 14. Gelingt der erste Startturm-Fang der Oberstufe, wäre das ein technischer Meilenstein für die volle Wiederverwendbarkeit von Starship. Für den Aktienkurs dürfte dieses Ereignis mehr zählen als die Kursbewegungen der vergangenen Handelswoche.
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