SpaceX schickt Satelliten-Reparaturroboter ins All – und die Aktie fängt sich vom Rekordtief. Der Kurs steht bei 108,62 Euro, ein Plus von 0,24 Prozent. Nach einem Absturz von fast 20 Prozent binnen 30 Tagen ist das wenig, aber immerhin ein Signal.
Ein Roboter als neues Geschäftsfeld
Am Dienstagabend startete eine Falcon-9-Rakete von Cape Canaveral mit einer ungewöhnlichen Fracht. An Bord: das Mission Robotic Vehicle (MRV) von Northrop Grumman und drei sogenannte Mission Extension Pods. Das Konzept dahinter ist simpel und lukrativ zugleich.
Der Roboter soll alternde Satelliten in der geostationären Umlaufbahn mit zusätzlichen Treibstoff-Modulen ausstatten. Diese „Jetpacks“ verlängern die Lebensdauer der Satelliten um mehrere Jahre. Betreiber sparen sich so den teuren Bau neuer Satelliten. Optus aus Australien und der luxemburgische Anbieter SES zählen bereits zu den Kunden.
Für SpaceX ist das mehr als nur ein weiterer Auftrag. Der Konzern zeigt damit, dass er über Starlink und klassische Frachttransporte hinaus wachsen kann. Satelliten-Wartung gilt als margenstarkes Geschäft – genau das, was Anleger vor dem ersten Quartalsbericht sehen wollen.
Shortseller unter Druck, Musk warnt
Die Marktlage bleibt angespannt. Der RSI von 36,4 nähert sich überverkauftem Terrain, während die annualisierte Volatilität von fast 90 Prozent zeigt: Hier zittern Nerven. Schnäppchenjäger könnten den aktuellen Kurs als Einstiegschance werten.
Ein Faktor sticht dabei heraus: Schätzungen zufolge sind rund 32 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft. Elon Musk hat öffentlich gewarnt, dass Shortseller bei positiven operativen Nachrichten empfindliche Verluste riskieren. Bei einer derart hohen Shortquote braucht es nicht viel, um einen Squeeze auszulösen.
Zwei Termine bündeln jetzt die Aufmerksamkeit der Anleger. Am 23. Juli steht mit Flight 13 der nächste Starship-Testflug an – nach einem abgebrochenen Versuch in der Vorwoche. Am 4. August folgt der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang im Juni.
Lock-up-Ablauf trifft auf Zahlenvorlage
Der August-Termin hat es in sich. Erstmals liefert SpaceX belastbare Zahlen zur Profitabilität von Starlink und zum finanziellen Fortschritt des Starship-Programms. Der Bericht ist gleichzeitig der Startschuss für eine gestaffelte Lock-up-Freigabe.
Zwei volle Handelstage nach der Veröffentlichung werden rund 911,5 Millionen Aktien verkaufsfähig. Das entspricht etwa 6,97 Prozent der insgesamt 13,08 Milliarden ausstehenden Aktien. Zusätzliches Angebot trifft damit exakt auf den Moment, in dem der Markt die Bewertung neu justiert.
Die Aktie notiert derzeit 44,14 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Juni. Ob die neue Satelliten-Sparte und die Starship-Fortschritte diese Lücke rechtfertigen, entscheidet sich in den kommenden zwei Wochen. Bis dahin bleibt der Kurs zwischen Hoffnung auf operative Erfolge und der Last einer extrem hohen Shortquote gefangen.
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