SpaceX steckt mitten in einem heftigen Kurssturz. Gleichzeitig meldet der Konzern einen neuen Starttermin für Starship und einen milliardenschweren Server-Deal mit Foxconn. Zwei Nachrichten, die kaum unterschiedlicher sein könnten — und die zusammen die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben.

Die Aktie notiert aktuell bei 109,82 Euro, ein Plus von 1,31 Prozent am Montag. Das klingt nach Erholung, doch der Kontext relativiert: In den vergangenen 30 Tagen hat das Papier fast 30 Prozent verloren. Vom Rekordhoch aus dem Juni trennen SpaceX mittlerweile über 43 Prozent.

Starship startet neu — mit ausgetauschten Triebwerken

Der dreizehnte Testflug des Starship-Programms sollte ursprünglich am 16. Juli starten. Ein automatischer Abbruch-Befehl stoppte den Countdown kurz nach der Triebwerkszündung. Mehrere der 33 Raptor-Triebwerke zündeten nicht wie geplant.

CEO Elon Musk kündigte über soziale Medien einen neuen Termin an: Donnerstag, der 23. Juli 2026. Die Ingenieure in Starbase, Texas, haben in der Zwischenzeit zwei Raptor-Triebwerke am Super-Heavy-Booster ausgetauscht. Der Flug soll 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation ins All bringen. Zusätzlich planen die Techniker eine Wiederzündung eines einzelnen Raptor-Triebworks im Weltraum — ein Manöver, das für künftige Tiefraum-Missionen als entscheidend gilt.

Foxconn baut KI-Server im Wert von 52 Milliarden Dollar

Parallel zum Raketenprogramm treibt SpaceX seinen Umbau zum Infrastruktur-Anbieter für künstliche Intelligenz voran. Foxconn Technology Group hat einen Auftrag über rund 52 Milliarden Dollar gesichert, um KI-Server für SpaceX zu fertigen. Der Deal umfasst die Produktion von 13.000 Nvidia-GB300-Serverracks.

Der Auftrag folgt auf die Fusion mit xAI Anfang 2026, die SpaceX vom reinen Raumfahrtunternehmen zum integrierten Anbieter für Luftfahrt und autonome Rechenleistung gemacht hat. Zusätzlich verhandelt SpaceX derzeit mit dem US-Verteidigungsministerium über einen mehrere Milliarden Dollar schweren Vertrag. Dabei geht es um Rechenleistung und den Bau gesicherter Datenzentren auf Militärstützpunkten.

Institutionen bleiben trotz Kurssturz investiert

Der jüngste Ausverkauf trifft eine Aktie, die erst am Freitag ein neues 52-Wochen-Tief bei 107,34 Euro markiert hatte. Auslöser waren der Starship-Abbruch und eine breitere technische Korrektur im KI-Sektor. Trotzdem bleibt das institutionelle Interesse hoch.

Ein Beleg dafür: Am 17. Juli listete die Börse in Singapur ein neues gehebeltes Anlageprodukt auf SpaceX, das dreifache Long-Positionen ermöglicht. Solche Produkte entstehen normalerweise dort, wo Nachfrage nach spekulativem Engagement besteht. Belastend wirkt indes eine bevorstehende Lock-up-Frist, die zusätzlichen Verkaufsdruck von Frühinvestoren und Mitarbeitern auslösen könnte.

Rechenzentren als zweites Standbein

Neben dem sichtbaren Raketengeschäft baut SpaceX sein Geschäft mit Rechenleistung systematisch aus. Partnerschaften mit Google und Anthropic sollen bereits nennenswerte monatliche Einnahmen generieren. Hinzu kommen neue Großrechenzentren in Tennessee und Mississippi, die das Satellitennetzwerk für autonomen Handel und militärische Anwendungen nutzbar machen sollen.

Der Flug am 23. Juli wird zum nächsten Test für das Vertrauen der Anleger. Gelingt der Start samt Triebwerks-Wiederzündung im All, könnte das dem Kurs nach Wochen des Rückgangs neuen Schwung geben. Scheitert die Mission erneut, dürfte der Druck auf die ohnehin angeschlagene Aktie weiter zunehmen.