Am Freitag startet SpaceX unter dem Tickersymbol „SPCX“ an der Nasdaq — und schreibt dabei gleich mehrere Rekorde. Mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie und einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar übertrifft der Börsengang alles, was die Märkte bisher gesehen haben. Saudi Aramco (2019) und Alibaba (2014) wirken dagegen fast bescheiden.
Die Marktkapitalisierung zum IPO-Preis liegt bei 1,77 Billionen Dollar. Inklusive Greenshoe-Option wächst das Volumen auf gut 86 Milliarden Dollar. Ein globales Konsortium aus 23 Banken begleitet den Gang aufs Parkett — angeführt von Goldman Sachs und Morgan Stanley, mit Deutsche Bank und UBS an Bord.
Drei Sparten, ein klares Ungleichgewicht
SpaceX ist seit der Fusion mit dem KI-Unternehmen xAI im Februar 2026 kein reines Raumfahrtunternehmen mehr. Der Konzern gliedert sich in drei Segmente: Space (Raketenstarts), Connectivity (Starlink) und AI (xAI).
Der Gesamtumsatz 2025 lag bei 18,7 Milliarden Dollar — ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Konzernebene blieb jedoch ein operativer Verlust von 2,6 Milliarden Dollar. Das Zahlenwerk spiegelt eine strukturelle Spannung wider: Starlink verdient Geld, xAI verbrennt es.
Die Connectivity-Sparte erzielte 2025 einen Betriebsgewinn von 4,4 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar und mehr als zehn Millionen Abonnenten. Das KI-Segment hingegen verbrannte operativ 6,4 Milliarden Dollar. Ob xAI diesen Rückstand mittelfristig aufholt, dürfte die Bewertungsdiskussion nach dem IPO prägen.
Deutsche Anleger erstmals direkt dabei
Ein Novum für den deutschen Markt: Privatanleger können beim SpaceX-IPO erstmals direkt zeichnen. Als bestätigte Zeichnungskanäle gelten Trade Republic, ING, Comdirect, Flatexdegiro und die Deutsche Bank. Zeichnungsschluss ist Donnerstag.
Das weckt Erinnerungen an die Stimmung des Neuen Marktes — nur dass die Dimensionen diesmal globaler und die Unternehmenssubstanz greifbarer sind. Starlink allein liefert bereits einen profitablen Kern. Kein Wunder, dass der Börsengang in Deutschland ungewöhnlich breite Aufmerksamkeit erzeugt.
Der Handelsbeginn an der Nasdaq ist für Freitag, den 12. Juni, geplant. Ab dann zeigt sich, ob die Erstnotiz dem Ausgabepreis standhält — oder ob der Markt die 1,77-Billionen-Dollar-Bewertung für ein verlustreiches Gesamtunternehmen neu kalibriert.
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