SpaceX steht wenige Tage vor seinem Nasdaq-Debüt. Der geplante Börsengang am 12. Juni 2026 könnte das Unternehmen mit bis zu 1,75 Billionen US-Dollar bewerten. Ausgerechnet jetzt liefert Starlink starke Wachstumsdaten — und Morningstar bremst die Euphorie mit einer deutlich niedrigeren Fair-Value-Schätzung.
Das macht den IPO so brisant: Operativ glänzt die Satelliteninternet-Sparte. Auf Konzernebene drücken aber hohe Verluste aus der KI-Sparte xAI auf das Bild. Kein Wunder, dass die Bewertung zum zentralen Streitpunkt wird.
Starlink bleibt der Wachstumsmotor
Starlink hat die Marke von 12 Millionen aktiven Kunden überschritten. Ende 2025 waren es noch 8,9 Millionen Nutzer. Das Wachstum hat sich damit spürbar beschleunigt.
Der Dienst ist inzwischen in mehr als 160 Ländern und Territorien verfügbar. Für SpaceX ist Starlink längst mehr als ein strategisches Zukunftsprojekt: Die Sparte liefert bereits messbare Gewinne und trägt einen großen Teil der IPO-Story.
Im ersten Quartal 2026 erzielte Starlink einen Umsatz von 3,26 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis lag bei 1,19 Milliarden US-Dollar. Damit sticht die Sparte innerhalb des Konzerns klar heraus.
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Die Analysten von Quilty Space rechnen mit weiterem Wachstum. Bis Ende 2026 könnte Starlink auf 16,8 Millionen Abonnenten kommen. Rückenwind sollen Satelliten der dritten Generation bringen, die mehr als 1 Terabit pro Sekunde an Downlink-Kapazität liefern sollen.
xAI belastet die Konzernrechnung
Die starken Starlink-Zahlen kaschieren nicht die Schwächen im Gesamtbild. SpaceX meldete für das erste Quartal 2026 einen operativen Verlust von 1,9 Milliarden US-Dollar. Hauptgrund war die kürzlich integrierte KI-Sparte xAI, die im selben Zeitraum 2,5 Milliarden US-Dollar Verlust schrieb.
Damit prallen zwei Geschichten aufeinander. Starlink steht für Skalierung, Cashflow und eine bereits funktionierende Infrastruktur. xAI steht für hohe Investitionen, unsichere Erträge und zusätzliche Komplexität in einer ohnehin ambitionierten Konzernstruktur.
Über die vergangenen vier Quartale kam SpaceX auf rund 19,3 Milliarden US-Dollar Umsatz. Beim geplanten Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie läge die Bewertung bei etwa dem 103-Fachen des Umsatzes der vergangenen zwölf Monate. Das ist selbst für wachstumsstarke Technologiewerte eine extreme Messlatte.
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Morningstar setzt Kontrapunkt
Morningstar hat die Analyseabdeckung am 5. Juni 2026 aufgenommen und den fairen Wert auf 780 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das liegt rund 48 Prozent unter der Bewertungsspanne, die SpaceX im IPO anpeilt.
Die Analysten Nicolas Owens und Suryansh Sharma vergeben zwar einen schmalen wirtschaftlichen Burggraben. Sie verweisen aber auf hohe Ausführungsrisiken bei KI- und Weltraumprojekten. Besonders kritisch sehen sie Umsatzpotenziale aus künftigen Datenzentren im Orbit, die sie als „hochgradig unsicher“ einstufen.
Damit steht Morningstar deutlich im Gegensatz zu optimistischen Einschätzungen von ARK Invest. Dort argumentierte Chief Futurist Brett Winton, allein die bestehende Starlink-Konstellation könne eine Bewertung von mehr als 2 Billionen US-Dollar rechtfertigen. Genau diese Spanne zwischen Euphorie und fundamentaler Skepsis dürfte den Handelsstart prägen.
IPO-Fahrplan nimmt Form an
In der ersten Juniwoche wurden die Bedingungen für den Börsengang konkretisiert. Parallel dazu startete die globale Roadshow mit großen Wall-Street-Banken.
- SpaceX will 555,6 Millionen Aktien zu je 135 US-Dollar platzieren und damit 75 Milliarden US-Dollar einsammeln.
- Elon Musk bestätigte am 5. Juni, dass die Starlink-Konstellation mehr als 10.000 aktive Satelliten im Orbit umfasst.
- Die Roadshow begann am 4. Juni unter Führung von JPMorgan, Morgan Stanley und Bank of America; für Privatinvestoren ist eine Zuteilung von 30 Prozent vorgesehen.
- Nach einer Booster-Anomalie beim jüngsten Starship-Test wurde Booster 20 für Kryotests auf die Startrampe gebracht; ein Start von Flight 13 ist vor dem IPO nicht geplant.
Am 12. Juni soll SpaceX unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq starten. Der Ausgabepreis von 135 US-Dollar ist damit die zentrale Marke für den ersten Handelstag. Trifft die starke Nachfrage auf die Bewertungszweifel von Morningstar, wird der Börsenstart zum ersten echten Markttest für eine der ambitioniertesten IPO-Geschichten der vergangenen Jahre.
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