Der größte Börsengang der Geschichte nimmt Fahrt auf. Indexanbieter MSCI hat am Montag bestätigt, dass SpaceX bei seinem Nasdaq-Debüt von den Sonderregeln zur vorzeitigen Aufnahme in die Global Standard Indexes profitieren wird. Das löst eine Kettenreaktion aus: Passiv verwaltete Fonds mit rund 5,79 Billionen Dollar an MSCI-gebundenen Assets müssen SpaceX-Aktien kaufen — und zwar innerhalb von zehn Handelstagen nach dem Listing.
MSCI ja, S&P 500 nein
Der Kontrast zu S&P Global ist auffällig. Der Betreiber des S&P 500 hat SpaceX eine Sofortaufnahme verweigert. Der Grund: Das Unternehmen schrieb 2025 einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar. Die S&P-Regeln verlangen Profitabilität. MSCI dagegen bewertet primär Marktgröße und den frei handelbaren Anteil der Aktien.
Genau das wird SpaceX zum Problem. Der Free Float liegt bei rund sieben Prozent — ungewöhnlich niedrig für ein Unternehmen dieser Größe. Die erwartete Nachfrage aus dem passiven Fondsbereich soll diesen Engpass ausgleichen.
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75 Milliarden Dollar, 555 Millionen Aktien
Die Eckdaten des Angebots stehen fest. SpaceX verkauft 555,6 Millionen Aktien zu je 135 Dollar. Das ergibt einen Emissionserlös von rund 75 Milliarden Dollar und bewertet das Unternehmen mit etwa 1,8 Billionen Dollar.
Bis zu 30 Prozent der Aktien gehen an Privatanleger — für ein Angebot dieser Größenordnung ein außergewöhnlich hoher Anteil. Am Dienstag treffen Präsidentin Gwynne Shotwell und Finanzchef Bret Johnsen rund 300 institutionelle Investoren im New Yorker Hauptquartier von Morgan Stanley. Die Orderbücher schließen am Mittwoch um 22 Uhr deutscher Zeit. Die Preisfestsetzung folgt am 11. Juni, der erste Handelstag ist für Freitag, den 12. Juni, geplant.
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Wachstum auf Pump
SpaceX wächst schnell — aber nicht profitabel. Der Umsatz stieg 2025 um 33 Prozent auf 18,67 Milliarden Dollar. Parallel dazu investiert das Unternehmen massiv in Starship und KI-Infrastruktur.
Das Management positioniert SpaceX nicht als Raketenbauer, sondern als Infrastrukturunternehmen. Interne Prognosen sehen in der Skalierung von Starship das Potenzial, die Startkosten pro Kilogramm um bis zu 99 Prozent zu senken. Im Werk in Bastrop, Texas, laufen bereits sogenannte KI-Satelliten in die Produktion. Operativ läuft das Geschäft derweil auf Hochtouren: Am Montag startete SpaceX 29 Starlink-Satelliten — mit einem Falcon-9-Booster, der bereits zum 35. Mal flog und landete.
Gelingt das Listing wie geplant, übertrifft SpaceX den bisherigen Rekord von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019, der bei 29,4 Milliarden Dollar lag. Mit dem Schlusskurs am Freitag wird sich zeigen, ob die Bewertung von 1,8 Billionen Dollar am Markt Bestand hat.
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