Die NASA vertraut bei der Artemis-III-Mission auf Laser-Technologie von SpaceX. Der Auftrag markiert einen weiteren Schritt in der Verzahnung von kommerzieller Raumfahrt und bemannten Mondmissionen. Während die Nachricht technologisch ein Erfolg ist, steckt die Aktie tief in der Korrektur.
Starlink-Laser für die Rückkehr zum Mond
Die NASA baut zwei Starlink-Mini-Laserterminals außen an der Orion-Kapsel ein. Sie nutzen dieselbe Lasertechnologie, die SpaceX bereits für sein Starlink-Netzwerk einsetzt. Dort sind aktuell über 25.000 Laser-Verbindungen aktiv.
Der Vorteil gegenüber klassischer Funkübertragung: Die Terminals senden 4K-Bilder und Videos per unsichtbarem Infrarotlicht zur Erde. Das ermöglicht deutlich größere Datenmengen pro Downlink als herkömmliche Funksysteme. Die Kooperation baut auf einer bestehenden Vereinbarung mit der NASA auf und einem Test während der Artemis-II-Mission.
Artemis III soll 2028 Astronauten zurück zum Mond bringen. Die Mission testet dabei auch das Andocken zwischen Orion und kommerziellen Landesystemen.
Aktie nahe Jahrestief
Der NASA-Auftrag fällt in eine schwierige Phase für die SpaceX-Aktie. Der Kurs schloss am Donnerstag bei 114,64 Euro und liegt damit nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 114,30 Euro. Binnen 30 Tagen hat das Papier gut 31 Prozent verloren, seit dem Rekordhoch von 194,46 Euro Mitte Juni sind es sogar über 41 Prozent.
Ein Belastungsfaktor: der jüngste Rückschlag bei Starship. Beim 13. Testflug brach die Bordelektronik den Start automatisch ab, weil mehrere der 33 Raptor-Triebwerke der Super-Heavy-Booster nicht zündeten. Firmenchef Elon Musk bestätigte, dass zwei Triebwerke ausgetauscht werden müssen. Ein neuer Startversuch ist frühestens Anfang kommender Woche denkbar.
Die Volatilität der Aktie unterstreicht die Nervosität am Markt. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von fast 94 Prozent zählt SpaceX zu den schwankungsintensivsten Large-Caps überhaupt.
Starlink wächst trotz Kursdruck weiter
Operativ zeigt sich SpaceX derweil breit aufgestellt. Das Unternehmen stellte kürzlich die neue Starlink-V5-Hardware für Privathaushalte vor. Das Kit wiegt nur noch 1,1 Kilogramm, weniger als die Hälfte des Vorgängermodells V4, und kommt mit einem neuen Wi-Fi-6-Mini-Router auf Spitzengeschwindigkeiten von über 375 Mbit/s bei einem Stromverbrauch von lediglich 35 bis 50 Watt.
Am selben Tag wie die Starship-Panne gelang SpaceX ein weiterer Erfolg: Eine Falcon 9 brachte 21 Kommunikationssatelliten für die US Space Development Agency ins All. Die Satelliten gehören zur Tranche-1-Transportschicht, die sichere Kommunikation für US-Militär und Verbündete verbessern soll. Für SpaceX war es zugleich die 639. erfolgreiche Landung einer Trägerraketen-Stufe.
Die Gemengelage bei SpaceX bleibt damit zweigeteilt. Auf der einen Seite stehen handfeste Fortschritte bei Starlink und neue Aufträge von NASA und Pentagon. Auf der anderen Seite die Rückschläge bei Starship und ein Kurs, der sich Woche für Woche weiter von seinem Junihoch entfernt.
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