150 Milliarden Dollar Nachfrage bei einem Zielvolumen von 75 Milliarden — der SpaceX-Börsengang ist doppelt überzeichnet, bevor die Orderbücher heute um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit schließen. Es ist der größte IPO der Finanzgeschichte, und die Zahlen sprechen für sich.

Goldman Sachs und Morgan Stanley leiten die Transaktion. Einzelne institutionelle Investoren haben Aufträge von jeweils mehr als 10 Milliarden Dollar platziert. Der Ausgabepreis steht fest: 135 Dollar je Aktie. Damit bewertet SpaceX sein Eigenkapital mit rund 1,77 Billionen Dollar.

Starlink trägt das Fundament

Hinter dem Hype steckt ein konkretes Geschäft. Starlink, die Satelliten-Internetsparte, zählt aktuell über 12 Millionen aktive Abonnenten und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 11,4 Milliarden Dollar Umsatz. Die Division ist der primäre Gewinnbringer des Konzerns — und der wichtigste Anker für die Bewertung.

Ungewöhnlich für einen IPO dieser Größenordnung: SpaceX reserviert 30 Prozent der angebotenen Aktien für Privatanleger. Plattformen wie Fidelity, Schwab und Robinhood sollen den Zugang ermöglichen.

Verwässerungswarnung trübt das Bild

Nicht alles läuft reibungslos. In einem geänderten S-1-Prospekt bei der SEC warnt SpaceX, das Unternehmen könnte „im Zusammenhang mit künftigen Transaktionen erhebliche Mengen an Eigenkapital ausgeben“. Analysten haben diese Formulierung genau registriert.

Der Hintergrund: SpaceX hat im Februar 2026 das KI-Unternehmen xAI übernommen. Außerdem hält der Konzern eine Option, das KI-Start-up Cursor für 60 Milliarden Dollar zu erwerben. Beide Deals sind kapitalintensiv. Die Verwässerungsgefahr ist real.

Erschwerend kommt hinzu, dass heute zeitgleich die US-Inflationsdaten für Mai veröffentlicht werden. Ein überraschend hoher CPI-Wert könnte die Marktliquidität belasten — ausgerechnet in dem Moment, in dem SpaceX seine finale Preisentscheidung trifft.

Zeitplan bis zum Handelsstart

Die Preisfestsetzung folgt morgen, Donnerstag den 11. Juni. Am Freitag, den 12. Juni, startet der Handel an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX. Bereits 15 Handelstage nach dem Börsenstart könnte SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen werden — vorausgesetzt, die Aktie hält in der ersten Handelswoche eine Marktkapitalisierung unter den Top 40 des Index.