SpaceX hat am Donnerstag die geheime Mission USSF-153 für die US Space Force vom Vandenberg Space Force Base gestartet. Die Falcon-9-Erststufe landete anschließend erfolgreich, ein weiterer Beleg für die operative Verlässlichkeit der Trägerrakete. Der Start reiht sich in eine Phase ein, in der SpaceX gleichzeitig sein Kerngeschäft mit Raketenstarts vorantreibt und sein neues Standbein in der Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur umbaut.
Kurswechsel bei Rechenzentren: Zuverlässigkeit vor Tempo
Nach Reuters-naher Berichterstattung stellt SpaceX unter Elon Musk seine Strategie beim Bau eigener Rechenzentren um. Statt auf Geschwindigkeit setzt das Unternehmen künftig stärker auf Zuverlässigkeit und rüstet Standorte mit zusätzlicher Notstromversorgung und robusteren Kühlsystemen nach.
Der Schritt folgt auf frühere Probleme bei Standorten in Tennessee und Mississippi, wo es laut Berichten zu Zuverlässigkeits- und bautechnischen Schwierigkeiten kam. SpaceX hat daraufhin mehrere Führungskräfte im Aufbau der KI-Rechenzentren ausgetauscht und Manager aus der Raketen- und Starbase-Organisation in die neuen Positionen geholt.
Parallel dazu treibt SpaceX den Ausbau der eigenen Fertigungstiefe voran: Medienberichten zufolge plant das Unternehmen den Bau einer eigenen Gasturbinen-Schaufel-Gießerei in Texas, um die Energieversorgung für seine Rechenzentren stärker selbst zu kontrollieren.
KI-Infrastruktur wird zum zweiten Standbein
Auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference 2026 skizzierte SpaceX seinen Vorstoß in die KI-Infrastruktur genauer. Ein Hosting-Vertrag soll ab dem 1. Dezember rund 1,11 Milliarden Dollar an monatlich wiederkehrenden Umsätzen einbringen, was auf Jahressicht etwa 13 Milliarden Dollar an zusätzlichen wiederkehrenden Erlösen entspricht.
Für ein Unternehmen, dessen Geschäft traditionell auf Raketenstarts und Starlink-Satelliteninternet ruht, wäre das ein erheblicher neuer Umsatzstrang.
Zugleich vertieft sich die Abhängigkeit staatlicher Kunden von SpaceX-Diensten. Großbritannien hat laut Reuters-naher Berichterstattung inzwischen knapp 40 Millionen Dollar für Satellitendienste des Unternehmens ausgegeben.
Starlink und Starship liefern operative Substanz
Am 5. September schloss SpaceX die 80. Starlink-Mission des Jahres 2026 ab und brachte 27 weitere Satelliten von Vandenberg aus ins All. Künftige Starlink-Starts aus Florida sollen künftig mit Starship erfolgen. Für das nächste Starship-Testflug 14 meldete SpaceX abgeschlossene Triebwerkstests an Ship 41 und Booster 21; ein konkretes Startdatum nannte das Unternehmen nicht, Warnhinweise deuteten auf frühestens den 15. September hin.
Am 2. September stellte eine Falcon-9-Erststufe mit ihrem 23. Flug einen neuen Wiederverwendungsrekord auf – ein weiteres Signal für die operative Reife der Flotte.
Einordnung für Anleger
Der Aktienkurs schloss am Freitag bei 130,32 Euro und legte auf Tagessicht um 2,1 Prozent zu. Auf Wochensicht steht ein Plus von 2,3 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 3,0 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch aus Mitte Juni bei 194,46 Euro bleibt das Papier jedoch rund ein Drittel entfernt, während der Abstand zum August-Tief bei 91,04 Euro deutlich größer ausfällt.
Pivotal Research nahm die Coverage von SpaceX am 8. September mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 220 Dollar auf und begründete dies mit der Wiederverwendbarkeit von Starship als zentralem Werttreiber. Die Kombination aus wachsendem KI-Geschäft, robustem Raketenbetrieb und einem laufenden Infrastruktur-Umbau dürfte die Investorendebatte über die Bewertung von SpaceX in den kommenden Wochen weiter bestimmen.
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