SpaceX verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -2,5% in einem schwachen Technologieumfeld. Einen unternehmensspezifischen Auslöser bestätigt die Marktberichterstattung nicht. Operativ steht dagegen ein Fortschritt fest: Die Triebwerkstests der Starship-Oberstufe Ship 42 vor dem geplanten Testflug Flight 15 sind abgeschlossen.

AP berichtet über fallende Technologiewerte und Zweifel daran, ob hohe KI-Investitionen ausreichende Erträge liefern werden. Das belastet den Nasdaq. Für SpaceX bildet diese Entwicklung den Börsenhintergrund, belegt aber keinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem heutigen Kursrückgang.

Oberstufe schließt wichtige Bodentests ab

Gestern wurde über die abgeschlossenen Tests von Ship 42 berichtet. Dazu gehörten ein Brennlauf über die volle vorgesehene Dauer mit sechs Triebwerken sowie die Simulation eines Deorbit-Manövers mit einem einzelnen Triebwerk.

SpaceX hatte den Abschluss bereits am Mittwoch bestätigt. Die Tests fanden am Montag und Dienstag statt. Damit ist ein weiterer Vorbereitungsschritt für den geplanten Flug erledigt. Die erfolgreichen Bodentests sind allerdings noch kein Nachweis dafür, dass auch der anschließende Flug wie vorgesehen gelingt.

Auch der Super-Heavy-Booster absolvierte einen Triebwerkstest über die volle vorgesehene Dauer, wie am Montag berichtet wurde. SpaceX kündigte zudem an, bei der Rückkehr beide Starship-Stufen auffangen zu wollen. Dieses Vorhaben bleibt ein Versuch und darf nicht mit einem bereits erreichten Ergebnis gleichgesetzt werden.

Hohe Investitionen bleiben ein Bewertungsthema

Neben dem technischen Fortschritt steht der Kapitalbedarf im Blick. AP berichtete am 20. Oktober, dass SpaceX einen Gewinn erzielt habe. Zugleich bezifferte die Nachrichtenagentur die Investitionsausgaben auf $19,6 Milliarden und berichtete über eine Ausgabenprognose von $35 Milliarden bis $40 Milliarden.

Damit stehen positive operative Nachrichten neben umfangreichen Ausgabenplänen. Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Ein abgeschlossener Test zeigt Fortschritt im Programm, beantwortet aber nicht die Frage nach dem wirtschaftlichen Ertrag der Investitionen.

Analysten setzen auf höhere Nachfrage

Phillip-Securities-Analyst Glenn Thum stufte SpaceX am 23. Oktober von Verkaufen auf Kaufen hoch. Sein Kursziel hob er von $75 auf $250 an. Als Gründe nannte er eine Nachfrage nach Rechenleistung oberhalb des Angebots sowie höhere Vertragspreise.

Diese Einschätzung setzt einen anderen Schwerpunkt als die Starship-Tests: Sie richtet den Blick auf Nachfrage und Vertragskonditionen. Zusammen zeigen beide Themen, woran Anleger SpaceX messen müssen: am technischen Fortschritt ebenso wie an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der hohen Ausgaben. Der heutige Kursrückgang allein liefert darauf keine Antwort.