SpaceX hat noch keine Entscheidung über einen möglichen Zusammenschluss mit Tesla getroffen. Das geht laut Reuters aus einer gestern veröffentlichten Pflichtmitteilung hervor. Für Anleger ist damit die Unterscheidung zwischen Prüfung und Beschluss entscheidend: Die Unternehmen befassen sich mit der Möglichkeit einer Fusion, eine Einigung liegt aber nicht vor.

Mehrere Zustimmungen erforderlich

Ein möglicher Zusammenschluss müsste vom Sonderausschuss von SpaceX, dem Verwaltungsrat und dem kontrollierenden Aktionär Elon Musk genehmigt werden. Musk hat sich aus den Gesprächen zurückgezogen. Seine persönliche Zustimmung zur Idee ersetzt damit nicht die vorgesehenen Unternehmensentscheidungen.

Am Dienstag hatte Musk laut Reuters erklärt, dass beide Unternehmen Sonderausschüsse zur Prüfung einer möglichen Fusion gebildet hätten. Einen Zusammenschluss bezeichnete er als gute Idee. Konditionen oder eine Entscheidung gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Die gestrige Mitteilung bestätigt den weiterhin offenen Entscheidungsstand.

Für Anleger bleibt die Fusion deshalb eine Möglichkeit und kein vereinbartes Geschäft. Aus den bisherigen Aussagen lässt sich weder ein feststehendes Transaktionsmodell noch eine abgeschlossene Verständigung zwischen den Unternehmen ableiten.

Mobilfunkpläne als eigenständiges Vorhaben

Neben der Fusionsprüfung verfolgt SpaceX Pläne für ein landesweites Mobilfunkangebot. Reuters berichtet über Gespräche mit Mobilfunk-Infrastrukturunternehmen zum Zugang zu mindestens 80.000 US-Mobilfunkstandorten. Dies könnte den Plan voranbringen, einen vierten landesweiten Mobilfunkanbieter aufzubauen.

Der berichtete Gesprächsstand ist dabei von gesicherten Zugangsrechten zu unterscheiden. Die Verhandlungen sind noch kein Nachweis dafür, dass SpaceX die angestrebte Infrastruktur bereits nutzen kann. Das Vorhaben bildet einen eigenständigen geschäftlichen Kontext zur offenen Tesla-Frage.

Quartalszahlen liefern operative Einordnung

Die am Dienstag gemeldeten Geschäftszahlen zeigen zugleich deutliches Wachstum. Nach einem Bericht von CNBC erzielte SpaceX im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 14,58 Milliarden $. Das entsprach einem Anstieg um 161% gegenüber dem Vorjahresquartal.

Damit steht neben der Diskussion über die Unternehmensstruktur auch die operative Entwicklung im Mittelpunkt. Die Fusionsprüfung allein beschreibt die Lage von SpaceX nicht vollständig.

Der Nettogewinn erreichte 4,4 Milliarden $, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Nettoverlust von 1,1 Milliarden $ angefallen war. Der Umsatz mit künstlicher Intelligenz betrug 7,6 Milliarden $.

Die Zahlen dokumentieren Wachstum und die Rückkehr in die Gewinnzone. Sie nehmen jedoch keine Entscheidung über Tesla vorweg. Für die Bewertung einer möglichen Fusion bleiben die konkreten Konditionen und die erforderlichen Zustimmungen maßgeblich.