Mit vertraulichen Aufträgen für das US-Militär und neuen Details zu behördlichen Vorgaben festigt SpaceX seine Stellung im staatlichen Raumfahrtsektor.

Am 15. Oktober brachte eine Trägerrakete vom Typ Falcon 9 von der kalifornischen Vandenberg Space Force Base eine als geheim eingestufte Nutzlast für die US Space Force in den Orbit. Die Mission verdeutlicht, wie stark die US-Streitkräfte inzwischen auf die Startkapazitäten des privaten Raumfahrtunternehmens setzen.

Parallel zu den militärischen Starts rückt die politische Einbindung des Konzerns in internationale Konflikte in den Fokus. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf westliche Regierungsvertreter meldete, ging die Anweisung zur Begrenzung des Starshield-Dienstes für die Ukraine direkt aus dem Weißen Haus hervor.

Zuvor hatte Kiew berichtet, dass SpaceX die Starlink-Dienste für Terminals bei hohen Geschwindigkeiten gedrosselt habe, was mehrere militärische Einsätze beeinträchtigt habe. SpaceX-Chef Elon Musk betonte dazu, Starshield unterstehe der Kontrolle der US-Regierung, die auch über die Einsatzgrenzen entscheide.

Hohe Startfrequenz für Forschung und Infrastruktur

Neben Sicherheitsmissionen wickelt SpaceX unverändert das reguläre Frachtprogramm für die zivile Raumfahrt ab. Am 13. Oktober startete die 35. Commercial-Resupply-Services-Mission für die NASA mit mehr als 6.300 Pfund an Fracht und wissenschaftlichen Experimenten zur Internationalen Raumstation.

Um die dafür benötigten Flugkapazitäten auf lange Sicht auszubauen, laufen behördliche Prüfungen für den konzerneigenen Weltraumbahnhof. Vor gut einer Woche leitete die US-Luftfahrtbehörde FAA eine Umweltprüfung für den Plan ein, am Standort Starbase jährlich bis zu 456 Starts des Großraketensystems Starship durchzuführen – deutlich mehr als die gegenwärtig erlaubten 25 Flüge. Für das Verfahren eröffnete die Behörde eine Phase zur Bürgerbeteiligung und kündigte öffentliche Anhörungen an.

Die Ausweitung der Startrechte ist für das Unternehmen ein zentraler Faktor, um künftige Schwerlasttransporte sowohl für staatliche Auftraggeber als auch für das eigene Satellitennetzwerk im geplanten Umfang abzuwickeln.

Quartalsbilanz nach US-Börsenschluss

Am heutigen 20. Oktober legt das Raumfahrtunternehmen zudem Rechenschaft über seine geschäftliche Entwicklung ab. SpaceX hatte angekündigt, nach dem Ende des regulären US-Handels die Finanz- und Betriebsergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorzulegen und dazu einen Webcast auszurichten.

Die Aktie schloss gestern mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent bei 132,02 Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von 1.968,56 Milliarden Euro reflektiert die Bewertung bereits die dominierende Marktstellung bei Trägerraketen und die enge Verzahnung mit staatlichen Programmen.