Die künstliche Intelligenz sollte eigentlich die Zukunft werden – jetzt wird sie zum Spaltpilz. Tony Wu, einer der zwölf Mitgründer von Elon Musks xAI, hat gestern seinen Abschied vom Unternehmen verkündet. Keine drei Jahre nach der Gründung 2023 ist er bereits der fünfte Co-Founder, der das Schiff verlässt.
„Es ist Zeit für mein nächstes Kapitel“, schrieb der ehemalige Google-Mitarbeiter am Montag auf X. Was nach diesem Kapitel kommt, ließ er offen. Seine Abgangsliste liest sich inzwischen wie ein Who’s Who der KI-Szene: Kyle Kosic ging 2024, Igor Babuschkin und Christian Szegedy folgten 2025, Greg Yang erst im Januar 2026. Fast die Hälfte des Gründerteams hat damit bereits das Weite gesucht.
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Fusion als verzweifelter Rettungsversuch?
Der Zeitpunkt wirkt brisant. Erst kürzlich fusionierte xAI mit SpaceX – eine Transaktion, die das kombinierte Unternehmen auf 1,25 Billionen Dollar bewertet. SpaceX steht dabei mit 1 Billion Dollar in den Büchern, xAI mit 250 Milliarden Dollar. Musk rechtfertigt die Fusion mit ambitionierten Plänen für orbitale Rechenzentren, die auf weltraumgestützter Infrastruktur basieren sollen.
Doch während die US-Arbeitsbehörde NLRB am Montag ihren jahrelangen Rechtsstreit gegen SpaceX aufgab, werfen die personellen Turbulenzen bei xAI Schatten auf die Zukunft des Konstrukts. Die NLRB hatte SpaceX vorgeworfen, 2024 acht Ingenieure wegen eines offenen Briefs entlassen zu haben, der sich kritisch mit Musk auseinandersetzte. Nun zog die Behörde die Anklage zurück und verwies auf die Zuständigkeit der National Mediation Board.
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Wetterkapriolen bremsen Crew-12-Mission
Zusätzlicher Druck kommt von der operativen Seite: Die NASA musste den Start der SpaceX Crew-12-Mission zur Internationalen Raumstation wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschieben. Statt am Mittwoch soll die Dragon-Kapsel nun frühestens am Donnerstag um 5:38 Uhr EST von Cape Canaveral abheben. An Bord: vier Astronauten, darunter die US-Amerikaner Jessica Meir und Jack Hathaway sowie die Europäerin Sophie Adenot. Immerhin absolvierten sie bereits ihre Generalprobe am Montag – ohne Treibstoff im Tank.
Für SpaceX ist es bereits die 13. bemannte Mission zur ISS seit 2020. Routine also – doch die Häufung von Verzögerungen, rechtlichen Rückschlägen und personellen Abgängen dürfte Investoren nervös machen. Wenn selbst die Gründer das Vertrauen verlieren, stellt sich die Frage: Wie stabil ist Musks KI-Raumfahrt-Imperium wirklich?
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