Stadler Rail kommt bei Zügen mit alternativen Antrieben in unterschiedlichen Projektphasen voran: Am Freitag starteten in der Schweiz Tests mit einem Wasserstoffzug für Sardinien. Zuvor hatte Metra in Chicago einen Batteriezug von Stadler öffentlich vorgestellt. Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Die Wasserstofffahrzeuge stehen in der Erprobung, während Metra einen späteren Einsatz seiner bestellten Züge plant.
Wasserstoffzüge gehen in die Erprobung
Zwischen Hemishofen und Ramsen nahm Stadler am Freitag eine Teststrecke mit einer Spurweite von 950 Millimetern in Betrieb. Dort begannen Medienberichten zufolge die Tests mit dem weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug. Stadler baute das Fahrzeug für Sardiniens ARST.
Die Strecke soll nicht allein diesem Fahrzeug dienen. In den kommenden drei Jahren sollen dort insgesamt 21 Wasserstoffzüge für Sardinien, Kalabrien und Sizilien erprobt werden. Der Testbeginn ist damit Teil eines breiter angelegten Programms für mehrere italienische Regionen.
Die Bedeutung der Nachricht liegt vor allem im Projektfortschritt. Mit der Inbetriebnahme der Strecke und dem Beginn der Fahrten hat Stadler einen konkreten Erprobungsschritt vollzogen. Eine Auslieferungsmeldung oder ein neuer Auftrag ist dieser Schritt nicht.
Chicago setzt auf Batteriezüge
Parallel dazu wurde am Mittwoch in Chicago der erste von acht bestellten FLIRT-Batteriezügen von Stadler U.S. öffentlich vorgestellt. Metra plant den Einsatz auf der Beverly Branch ab 2028. Die öffentliche Präsentation und der geplante Fahrgastbetrieb liegen damit zeitlich auseinander.
Die Bestellung enthält zudem eine Option auf acht weitere Züge. Diese eröffnet eine zusätzliche Bestellmöglichkeit, ist aber von einem verbindlichen Folgeauftrag zu unterscheiden. Wasserstofftests und Batterieprojekt stehen somit für unterschiedliche Antriebe und unterschiedliche Etappen der Umsetzung.
Saudi-Auftrag schafft verbindliches Zusatzgeschäft
Dass aus einer Option auch eine feste Bestellung werden kann, zeigt Saudi Arabia Railways. SAR übte am 9. Oktober eine Vertragsoption aus und bestellte zehn zusätzliche Intercityzüge bei Stadler. Der Auftrag umfasst Medienberichten zufolge mehr als CHF 300 Mio.
Damit wächst die für SAR entwickelte Flotte von zehn auf 20 Züge. Zugleich gehört eine Erweiterung der Wartungsvereinbarung zum Auftrag.
Für die Einordnung der jüngsten Nachrichten ergeben sich somit klare Unterschiede: In Saudi-Arabien steht zusätzliches Vertragsgeschäft fest. In Chicago geht es um die Vorbereitung des geplanten Einsatzes. Beim Wasserstoffprojekt markiert der Testbeginn den nächsten Umsetzungsschritt. Diese Trennung ist aussagekräftiger, als alle Projektmeldungen gleichermaßen als neue Bestellungen zu werten.
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