Der kanadische Lithium-Entwickler Standard Lithium hat gestern einen entscheidenden Meilenstein für die geplante Produktion im US-Bundesstaat Arkansas erreicht.
Das Unternehmen schloss über sein Gemeinschaftsunternehmen Smackover Lithium einen bindenden Abnahmevertrag mit dem südkoreanischen Batteriegiganten LG Energy Solution. Damit sind nun fast neunzig Prozent der geplanten Jahreskapazität des Projekts bereits vor dem Baubeginn vertraglich an Kunden gebunden.
Langfristige Abnahmegarantie für Arkansas-Projekt
Die Vereinbarung sieht vor, dass LG Energy Solution über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich 8.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität bezieht. Der Lieferstart ist für das Jahr 2029 vorgesehen, wenn die kommerzielle Produktion im South West Arkansas Project (SWA) anlaufen soll. Nach Schätzungen aus Branchenkreisen beläuft sich der Gesamtwert dieses Geschäfts über die volle Laufzeit auf etwa 1,5 Milliarden US-Dollar.
Das Projekt wird durch das Joint Venture Smackover Lithium realisiert, an dem Standard Lithium mit 55 Prozent und der norwegische Energiekonzern Equinor mit 45 Prozent beteiligt sind.
Zusammen mit einem bereits bestehenden Abnahmevertrag mit dem Rohstoffhändler Trafigura hat das Konsortium damit den Großteil der angestrebten Zielmenge von bis zu 24.800 Tonnen pro Jahr gesichert. Diese hohe Auslastung der künftigen Produktion gilt als wichtiges Signal für potenzielle Kreditgeber und Investoren.
Strategische Bedeutung für die US-Lieferkette
Der Vertrag mit LG Energy Solution stärkt die Bemühungen, eine eigenständige nordamerikanische Lieferkette für Batterierohstoffe aufzubauen. Die Produktion erfolgt mittels der Technologie der direkten Lithiumextraktion (DLE), bei der das Metall aus Sole-Vorkommen gewonnen wird, die in rund zwei Meilen Tiefe lagern.
Die vereinbarte Liefermenge von insgesamt 80.000 Tonnen reicht aus, um Batterien für etwa 1,8 Millionen Elektrofahrzeuge mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern zu fertigen.
Die Gouverneurin von Arkansas, Sarah Huckabee Sanders, betonte im Rahmen der Bekanntgabe die strategische Relevanz des Vorhabens für die wirtschaftliche Entwicklung und die nationale Sicherheit der USA. Zudem unterstützt das Projekt die Bestrebungen der Abnehmer, die Anforderungen des Inflation Reduction Act (IRA) zu erfüllen, um von staatlichen Steuergutschriften für in Nordamerika produzierte Batteriekomponenten zu profitieren.
Kursreaktion und finanzieller Ausblick
An der Börse wurde die Nachricht am Montag positiv aufgenommen. Die Aktie von Standard Lithium schloss bei 2,29 Euro. Damit liegt der Kurs aktuell 8,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die kurzfristige Erholungsbewegung der letzten Wochen unterstreicht. Das Papier notiert allerdings weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5,49 Euro, das am 16. Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde.
Die endgültige Investitionsentscheidung (FID) für das SWA-Projekt wird noch für das laufende Jahr 2026 angestrebt. Unmittelbar danach soll der Bau der Anlagen beginnen, deren Kosten für die erste Phase auf rund 1,45 Milliarden US-Dollar veranschlagt werden.
Zur Finanzierung dieser Summe plant das Unternehmen unter anderem die Einbindung von Exportkreditagenturen, nachdem bereits Ende 2025 entsprechende Interessenbekundungen für ein Finanzierungsvolumen von über einer Milliarde US-Dollar vorlagen.
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