Standard Lithium befindet sich in einer entscheidenden Phase der strategischen Aufstellung. Mit dem am 15. September wirksam gewordenen Rücktritt von Verwaltungsratsmitglied Karen Narwold sortiert sich das Kontrollgremium neu.

Zugleich treibt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Partner Equinor groß dimensionierte Vorhaben in den Vereinigten Staaten voran. An der Börse notiert das Wertpapier heute bei 1,88 Euro mit einem leichten Kursplus von 0,7 Prozent.

Der Wechsel im Führungsgremium des Unternehmens erfolgt geordnet. Narwold legte ihr Mandat nieder, da sie eine neue leitende Position übernahm. Die Suche nach einer unabhängigen Nachbesetzung für den Verwaltungsrat hat die Gesellschaft bereits eingeleitet. Damit soll das Gremium zeitnah wieder komplettiert werden, um die nächsten Entwicklungsschritte zu begleiten.

Wirtschaftliche Bewertung für das Franklin-Projekt

Parallel zur Neuausrichtung im Gremium legte das Joint Venture Smackover Lithium wichtige Kennzahlen für seine Standorte vor. Für das in Osttexas gelegene Franklin-Projekt meldete das Gemeinschaftsunternehmen eine positive vorläufige wirtschaftliche Bewertung.

Das Vorhaben ist auf eine Kapazität von bis zu 70.000 Tonnen batteriefähigem Lithiumkarbonat pro Jahr ausgelegt. Die Auswertung beziffert den ungehebelten Barwert nach Steuern auf US$ 5,0 Milliarden bei einem internen Zinsfuß von 24 Prozent.

Die Kooperation mit dem Energiekonzern Equinor bildet die industrielle Basis dieser Aktivitäten in Nordamerika. Für Standard Lithium geht es vor allem darum, die identifizierten Vorkommen in eine kommerzielle Gewinnung zu überführen. Smackover Lithium bündelt dafür die Ressourcen beider Partner, um die Erschließung voranzutreiben.

Abnahmeverträge und Marktlage

Ergänzend zu den Planungen in Texas sicherte sich die Partnerschaft bereits Abnehmer für künftige Mengen. Für das South West Arkansas Projekt unterzeichnete die Gruppe vor gut drei Wochen ein verbindliches Abnahmeabkommen mit LG Energy Solution. Diese Vereinbarung markiert den zweiten Abnahmevertrag für das Vorhaben.

Trotz dieser fundamentalen Weichenstellungen bleibt das übergeordnete Marktumfeld für Lithiumprojekte anspruchsvoll. Die Realisierung der geplanten Förderanlagen erfordert erhebliche Investitionsmittel und verlangt den Marktteilnehmern Geduld ab. Am Kapitalmarkt spiegelt die verhaltene Kursentwicklung die vorsichtige Haltung der Anleger wider.