Jetzt liegt die offizielle Haltung auf dem Tisch: Vorstand und Aufsichtsrat der Steyr Motors AG empfehlen ihren Aktionären, das Übernahmeangebot von Red Cat anzunehmen. Der Beschluss fiel nach Unternehmensangaben einstimmig. Die Entscheidung kam bereits am 30. Oktober, veröffentlicht wurde sie heute Morgen.

Das Angebot im Detail

Die US-amerikanische Red Cat Holdings bietet über ihre Tochter SMOT Acquisition GmbH 39,00 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einer Prämie von rund 29 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom 16. Oktober, dem letzten Handelstag vor Bekanntgabe. Insgesamt umfasst das Angebot rund 205 Millionen Euro.

Die Annahmefrist läuft bis zum 18. Dezember, 17:00 Uhr. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Aktionäre dienen ihre Papiere über die Depotbank an, Red Cat übernimmt dabei Spesen von bis zu 9,00 Euro je Depot.

Warum die Gremien zustimmen

Eine Fairness Opinion von PwC bestätigt die finanzielle Angemessenheit des Preises. Zudem verweisen die Gremien auf die geringe Handelsliquidität der Aktie. Das Angebot biete einen festen Preis, unabhängig davon, ob und wann sich Auftragsbestand und Vertriebspipeline in Umsätzen niederschlagen.

Rückenwind kommt von den Großen: Ankeraktionärin B&C will ihre 780.000 Aktien andienen. Damit sind nahezu 15 Prozent des Grundkapitals vertraglich gesichert. Auch CEO Julian Cassutti dient seine eigenen Aktien an.

Red Cat zahlt aus eigenen Mitteln, einen Finanzierungsvorbehalt gibt es nicht. Steyr Motors wird nicht mit Übernahmeschulden belastet.

Zusagen zum Standort

Im Business Combination Agreement vom 21. Oktober hat Red Cat laut Mitteilung den Erhalt des Standorts zugesichert. Österreich bleibt Sitz und Hauptverwaltung, Produktion sowie Forschung und Entwicklung bleiben in Steyr. Bestehende Betriebsvereinbarungen und Kollektivverträge sollen unangetastet bleiben, der Vorstand in heutiger Besetzung erhalten bleiben.

Der Vollzug hängt noch an investitionskontrollrechtlichen Genehmigungen in Österreich, Australien, Italien und dem Vereinigten Königreich. Gezahlt wird erst nach Eintritt der Angebotsbedingungen. Bis zum Fristende am 18. Dezember müssen Aktionäre entscheiden, ob sie zu 39,00 Euro verkaufen. Das Angebot gilt cum Dividende 2026.