Ein neues Finanzkonstrukt bringt Bewegung in die Strategy-Aktie. Das frühere MicroStrategy legte diese Woche ein „Digital Credit Capital Framework“ vor. Anleger reagierten sofort: Die Aktie schloss am Freitag bei 92,00 Euro, ein Plus von 4,50 Prozent zum Vortag und 26,37 Prozent auf Wochensicht.
Der Kurssprung fällt in eine Phase deutlicher Schwäche. Auf 30-Tage-Sicht steht weiterhin ein Minus von 15,77 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 31,45 Prozent verloren, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 73,34 Prozent.
Neue Reserve schafft Luft
Kern des neuen Rahmenwerks ist eine formale USD-Reservepolitik mit rund 2,55 Milliarden Dollar in bar. Zusammen mit einer Bitcoin-Monetarisierungskapazität von bis zu 1,25 Milliarden Dollar ergibt das eine Liquiditätsdeckung von etwa 3,8 Milliarden Dollar. Diese Summe soll Vorzugsdividenden und Schuldzinsen für rund 25,9 Monate absichern.
Der Vorstand genehmigte zudem ein Rückkaufprogramm für Class-A-Stammaktien im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar. Parallel dazu darf das Unternehmen Digital Credit Securities wie die STRC-Vorzugsaktien im gleichen Umfang zurückkaufen. Das Ziel: niedrigere Dividendenkosten und eine bessere Kreditqualität.
Die Dividendenrate der STRC-Vorzugsaktien steigt ab Juli 2026 auf 12 Prozent. Ein selektives Bitcoin-Monetarisierungsprogramm erlaubt zusätzlich den Verkauf von bis zu 1,25 Milliarden Dollar in Bitcoin. Strategy betont dabei, dass Bitcoin weiterhin die zentrale Reserveposition des Konzerns bleibt. Verkaufserlöse sollen die Dollar-Reserve auffüllen, Vorzugsdividenden bedienen und Rückkäufe finanzieren.
Erholung vom Tiefpunkt
Der Kursanstieg folgte direkt auf die Ankündigungen vom 1. und 2. Juli. Die Aktie erholte sich damit deutlich von ihrem 52-Wochen-Tief bei 71,91 Euro, aufgestellt erst am 26. Juni 2026. Zum aktuellen Kurs beträgt der Abstand zu diesem Tief knapp 28 Prozent.
Der Blick auf die längerfristigen Durchschnittslinien zeigt aber: Die Erholung ist bislang ein Ausschlag nach oben, keine Trendwende. Die Aktie notiert weiterhin unter ihrem 50-Tage-Schnitt von 122,46 Euro, unter dem 100-Tage-Schnitt von 119,95 Euro und unter dem 200-Tage-Schnitt von 148,84 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 391,80 Euro vom 16. Juli 2025 fehlen weiterhin mehr als drei Viertel des Kurswerts.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 90,66 Prozent unterstreicht, wie heftig die Ausschläge bei Strategy derzeit ausfallen. Der RSI von 44,3 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Ob die neue Kapitalstruktur reicht, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, entscheidet sich in den kommenden Wochen an der Reaktion auf die ersten konkreten Rückkäufe.
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