Ein milliardenschwerer Infrastrukturvertrag in Indien und neue KI-Plattformen bescheren Super Micro Computer einen Kurssprung. Die Aktie legte am Dienstag um 7,2 Prozent auf 50,25 US-Dollar zu und setzt damit ihre fulminante Rallye fort – 80 Prozent Plus in 30 Tagen.
2-Milliarden-Projekt für Yotta in Indien
Der wichtigste Treiber: eine verbindliche Vereinbarung mit Gorilla Technology über ein KI-Infrastrukturprojekt in Indien. Volumen: rund zwei Milliarden US-Dollar. Super Micro liefert dafür unter anderem 20.736 B300-Grafikkarten und 5.120 B200-Einheiten, plus Netzwerkausrüstung und Standortinfrastruktur.
Das Projekt firmiert unter dem Namen „Yotta“. Analysten sehen durch den Vertrag die Umsatzvisibilität für die kommenden Quartale deutlich gestiegen. Auch Gorilla Technology reagierte positiv – die Aktie gewann rund sechs Prozent.
Raus aus der x86-Abhängigkeit
Parallel dazu nutzte Super Micro die Computex-Messe in Taipeh für eine strategische Neuausrichtung. Im Fokus: sogenannte „Agentic AI“ – Systeme, die eigenständig komplexe Aufgaben planen und ausführen.
Eine neue Partnerschaft mit Arm soll hier den entscheidenden Vorsprung bringen. Die Rack-Scale-Infrastruktur setzt auf Arm-AGI-CPUs mit bis zu 136 Kernen pro Prozessor. Laut Unternehmensangaben lässt sich damit die Leistung pro Rack im Vergleich zu klassischen x86-Architekturen mehr als verdoppeln. Ein klares Signal, sich von traditionellen Chip-Lieferanten unabhängiger zu machen.
Gleichzeitig präsentierte Super Micro die nächste Generation der AMD-Helios-Plattform. Das 72-GPU-Rack-System arbeitet mit AMD Instinct MI455X-Grafikkarten und EPYC-Prozessoren der 6. Generation. CEO Charles Liang spricht von einem Paradigmenwechsel: weg vom Einzelserver-Design, hin zu vollständig integrierten, flüssigkeitsgekühlten Rack-Architekturen.
Rückenwind aus der Branche
Der Kurs profitierte zudem von positiven Signalen aus dem Sektor. Hewlett Packard Enterprise übertraf die Erwartungen mit einem Umsatzplus von 40 Prozent – von Anlegern als gutes Omen für die gesamte KI-Serverbranche gewertet.
Analysten reagierten mit ersten Anpassungen. Mizuho hob das Kursziel von 36 auf 44 US-Dollar an, bleibt aber bei „Neutral“. Die Aktie notiert mittlerweile rund 70 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 43 Prozent über der 200-Tage-Linie.
Für das vierte Fiskalquartal (Ende Juni) erwartet das Management einen Nettoumsatz zwischen 11,0 und 12,5 Milliarden US-Dollar. Der milliardenschwere Indien-Deal könnte diese Prognose noch übertreffen lassen.
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