Super Micro Computer stockt sein Portfolio auf. Der Server-Spezialist integriert jetzt eine breitere Palette von Intel-basierten Technologien für KI-Inferenz am Netzwerkrand. Das Ziel: neue Anwendungen in der Industrieautomatisierung und der sogenannten „agentic AI“.

Hardware für die Echtzeit-KI

Die neuen Systeme setzen auf Intel Arc Pro B-Series Grafikprozessoren sowie Core Ultra Series 3 und Core Series 2 Prozessoren. Super Micro bietet sie in verschiedenen Formfaktoren an: kompakte lüfterlose Systeme für raue Industrieumgebungen, flache 1U-Rackmount-Server für enge Serverräume und Mini-Tower fürs Büro.

Die Einsatzgebiete sind klar definiert. Fertigung, Transport, Einzelhandel und Logistik – überall dort, wo Daten nahe der Quelle verarbeitet werden müssen. Das Unternehmen verspricht energieeffiziente Infrastruktur für KI-Inferenz in Echtzeit und setzt auf modulare Architektur, um die Gesamtbetriebskosten unter Kontrolle zu halten.

Kursdelle trotz Wachstumsstory

Die Produktoffensive kommt in einer schwierigen Phase. Super Micro steht unter regulatorischem Druck – Ermittlungen und Razzien in Taiwan haben den Aktienkurs belastet. Das Papier eröffnete zuletzt bei rund 27,22 Dollar. Die Spanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 19,48 bis 62,36 Dollar.

Einige Analysten sehen hier eine Lücke zwischen Kurs und Substanz. DCF-Modelle deuten auf einen inneren Wert von etwa 43,30 Dollar hin – vorausgesetzt, das Unternehmen verwandelt seinen Auftragsbestand in Barmittel.

Das durchschnittliche Kursziel der 18 analysierenden Häuser liegt bei 38,57 Dollar. Das Konsensrating lautet „Hold“. Zwölf Analysten bleiben neutral, vier raten zum Kauf, zwei zum Verkauf. BlackRock hält als größter institutioneller Investor 7,21 Prozent der Anteile – rund 43,36 Millionen Aktien.

Mit einer Marktkapitalisierung von 16,37 Milliarden Dollar bleibt Super Micro teuer bewertet. Die Wall Street erwartet für das laufende Geschäftsjahr teils ein Umsatzplus von 80 Prozent. Ob das Unternehmen diese Erwartungen trotz Governance-Risiken und scharfem Wettbewerb erfüllen kann – das wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.