Super Micro Computer braucht frisches Geld für den KI-Boom. Der Server-Spezialist plant eine Kapitalerhöhung im Volumen von sieben Milliarden US-Dollar. Damit will das Management einen massiven Auftragsstau abarbeiten.
Milliarden-Kapital für die Chip-Beschaffung
Die Nachfrage nach KI-optimierten Servern übersteigt die aktuellen Kapazitäten bei weitem. Aktuell stapeln sich Aufträge im Wert von rund 39 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Das übertrifft den gesamten Vorjahresumsatz von 28 Milliarden US-Dollar deutlich.
Mehr als 20 Großkunden fragen derzeit gezielt nach den „Data Center Building Block Solutions“. Diese modularen Server-Lösungen bilden das Rückgrat für moderne KI-Rechenzentren.
Das Finanzpaket besteht aus zwei Teilen. Eine öffentliche Emission soll fünf Milliarden US-Dollar einbringen. J.P. Morgan, Goldman Sachs und Citigroup begleiten die Kapitalmaßnahme.
Hinzu kommt ein ATM-Programm über zwei Milliarden US-Dollar. Dieses erlaubt den schrittweisen Verkauf von Aktien über den freien Markt. Der Start ist frühestens für das dritte Quartal 2026 vorgesehen.
Auftragsboom trifft auf dünne Cash-Reserven
Mit dem Kapital will Super Micro teure Komponenten einkaufen. Vor allem Hochleistungschips für KI-Cluster sind kostspielig und binden viel Liquidität. Bisher verfügte das Unternehmen lediglich über 1,3 Milliarden US-Dollar an Barmitteln.
Anleger reagierten empfindlich auf die Nachricht. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel rund zehn Prozent an Wert. Grund ist die massive Verwässerung der bestehenden Anteile.
Der Wettbewerb im Markt für KI-Infrastruktur verschärft sich parallel dazu. Etablierte Rivalen wie Dell Technologies und Hewlett Packard Enterprise drängen ebenfalls in das Segment. Super Micro muss seine Lieferfähigkeit sichern, um Marktanteile zu halten.
Für das Geschäftsjahr 2026 hat der Vorstand die Umsatzprognose bereits angehoben. Das Ziel liegt nun bei mindestens 40 Milliarden US-Dollar. Die Umsetzung hängt nun maßgeblich von der erfolgreichen Beschaffung der Hardware-Komponenten ab.
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