Gemeinsame Infrastruktur für KI-Rechenzentren

Am Dienstag kündigte der Speicherspezialist NetApp eine strategische Zusammenarbeit mit Super Micro Computer an. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam validierte IT-Infrastrukturen für KI-Rechenzentren, Unternehmenskunden sowie Cloud-Anbieter bereitstellen. Die Kooperation zielt darauf ab, schlüsselfertige Plattformen für anspruchsvolle KI-Projekte und sogenannte souveräne KI-Initiativen zu liefern.

Für Super Micro bedeutet dieser Schritt eine weitere Verankerung im Markt für spezialisierte Rechentechnik. Das Unternehmen erweitert damit die Reichweite seiner Serverlösungen über standardisierte Architekturkonzepte. An der Börse reagierten die Marktteilnehmer positiv: Die Aktie verbuchte gestern ein Plus von 2,1 % und beendete den Handel bei 41,92 USD.

Branchenoptimismus und offene Patentverfahren

Rückenwind erhielt der gesamte Hardwaresektor am gestrigen Handelstag auch durch erfreuliche Geschäftszahlen des Speicherherstellers Micron Technology. Laut Associated Press sorgten über den Erwartungen liegende Quartalszahlen und eine optimistische Prognose des Branchenkollegen für Erleichterung unter den KI-Ausrüstern.

Gleichzeitig sieht sich Super Micro mit juristischem Klärungsbedarf konfrontiert. Die US-Handelskommission USITC leitete am 23. September ein Untersuchungsverfahren nach Abschnitt 337 ein. Anlass ist eine Patentbeschwerde des Anbieters Netlist, die sich neben Super Micro auch gegen Micron, HPE und Lenovo richtet.

Geprüft wird Medienberichten zufolge, ob bestimmte DRAM-Produkte von Importen in die Vereinigten Staaten ausgeschlossen werden müssen. Eine Entscheidung zur Begründetheit der Vorwürfe hat die USITC bislang nicht gefällt.

Solide Auftragslage stützt Jahresprognosen

Operativ blickt das Management ungeachtet der externen Faktoren nach vorn. Michael Staiger, SVP bei Super Micro, verwies auf einer Konferenz von Goldman Sachs auf einen Auftragsbestand von rund 60 Milliarden Dollar. Medienberichten zufolge peilt der Konzern für das Geschäftsjahr 2027 Erlöse von bis zu 72 Milliarden Dollar an.

Vom Jahrestief hat sich der Titel inzwischen spürbar distanziert. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beläuft sich auf 115 %. Anleger beobachten nun, wie zügig die Zusammenarbeit mit NetApp zur Auslastung der Produktionskapazitäten beitragen kann.