Ein Short-Seller-Bericht, ein Kurseinbruch von 13 Prozent, dann eine Erholung von über 26 Prozent an einem einzigen Tag — die Woche bei T1 Energy war alles andere als gewöhnlich. Im Zentrum steht ein Streit darüber, ob die Solarmodule des Unternehmens überhaupt für US-amerikanische Steueranreize qualifizieren.
Short-Seller gegen Roth Capital
Den Auftakt machte Fuzzy Panda Research am 19. Mai mit einem Bericht, in dem der Leerverkäufer seine Short-Position offenlegte. Die Kernthese: T1 Energys Weg zur FEOC-Konformität — also zur Einhaltung der US-Vorschriften über Lieferketten aus Ländern wie China — stütze sich auf Intellectual-Property-Vereinbarungen, die Fuzzy Panda für unzureichend hält. Außerdem stellte der Bericht die Steuerkreditbilanzierung in Frage und zweifelte am Baufortschritt der texanischen Solarzellfabrik G2_Austin. Regulatorische Befunde sind das nicht — es sind Behauptungen eines erklärten Leerverkäufers.
Roth Capital widersprach noch am selben Tag und bezeichnete die Evervolt-IP-Vereinbarung als echte Transaktion. Der Markt reagierte dennoch zunächst mit einem Ausverkauf, bevor starkes Kaufinteresse den Kurs am Folgetag deutlich nach oben trieb.
Warum der Streit so viel Gewicht hat: T1 Energys Geschäftsmodell hängt direkt an staatlichen Förderungen. Das Unternehmen wies zum 31. März 2026 ausstehende Regierungsförderungen von 77,8 Millionen Dollar aus, allein im ersten Quartal stiegen diese Forderungen um 41,4 Millionen Dollar. Ohne die 45X-Produktionsgutschrift und den Domestic-Content-Aufschlag von zehn Prozent sieht die Kalkulation grundlegend anders aus.
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Wochenbilanz trotz Freitagsrücksetzer positiv
Die Kursbewegungen der Woche spiegeln die Unsicherheit: Montag 7,00 Dollar, Dienstag 6,88 Dollar nach dem Einbruch, Mittwoch 8,70 Dollar nach dem Rebound, Donnerstag 8,72 Dollar bei fast 80 Millionen gehandelten Aktien, Freitag 8,08 Dollar nach einem Rückgang von 7,3 Prozent. Per Wochensaldo stand dennoch ein Plus von rund 42 Prozent.
In Euro gerechnet schloss die Aktie am Freitag bei 6,85 Euro — ein Minus von 8,7 Prozent auf Tagesbasis, aber ein Wochengewinn von gut 40 Prozent. Der Kurs liegt damit rund 35 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 5,08 Euro und hat sich seit dem April-Tief mehr als verdoppelt.
Fabrikzeitplan unter Beschuss
T1 Energy besteht darauf, dass der Bau in Austin planmäßig läuft. Betonarbeiten begannen demnach im April, das vollständige Baupaket wurde Anfang Mai finalisiert, erste Stahlkonstruktionen sollten noch im Mai folgen. Die erste Zellproduktion bleibt für das vierte Quartal 2026 angepeilt.
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Fuzzy Panda hält dagegen und behauptet, Drohnenaufnahmen zeigten einen Rückstand von zwölf bis 18 Monaten. Ein unabhängiger Branchenexperte hält eine Inbetriebnahme Ende 2027 für realistischer — ein Einschätzungsunterschied, der für die Bewertung erheblich ist.
Die Quartalszahlen selbst liefern beiden Seiten Argumente. T1 Energy erzielte im ersten Quartal 177,6 Millionen Dollar Umsatz und 29,1 Millionen Dollar Bruttogewinn, schrieb aber einen Nettoverlust von 21,4 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel lagen bei 46,4 Millionen Dollar frei verfügbarem Bargeld.
Technisch markiert das Intraday-Tief vom Freitag bei 7,72 Dollar die nächste Unterstützungszone, darüber liegt der Widerstand am Donnerstag-Hoch von 9,43 Dollar. Ob der Markt den Steuergutschrift-Streit als vorübergehende Volatilität oder als strukturelles Problem einpreist, dürfte die Kursentwicklung der kommenden Woche bestimmen.
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